An der Delegiertenversammlung der FDP Amtei Olten-Gösgen im Landgasthof Kreuz standen naturgemäss die Kandidaten im Rampenlicht. Eher am Rand hielt sich Felix Hug, Wahlkampfleiter im Vorstand der Amteipartei und zusammen mit Urs Bader im Ausschuss Personelles der Kantonalpartei. Dabei hatte er im Vorfeld ganze Arbeit geleistet. Die 32 anwesenden Delegierten hatten die Kandidaten zuhanden der Kantonalpartei zu nominieren. Felix Hug bekräftigte, dass die FDP im Herbst mit einem Ständeratskandidaten und mit zwei Nationalratslisten mit je 6 Kandidaten antreten wird. Er konnte den Delegierten einen Kandidaten für den Ständerat und deren fünf für den Nationalrat präsentieren.

Nünlist greift Bisherige an

Nachdem ihn die Ortspartei Olten portiert hatte, nahm Stefan Nünlist auch die zweite Hürde am Mittwochabend, die Nomination durch die Amteipartei zuhanden der kantonalen Delegiertenversammlung. Nünlist will den beiden Bisherigen Pirmin Bischof (CVP) und Roberto Zanetti (SP) den Solothurner Sitz im Stöckli streitig machen. Er erhält aber parteiinterne Konkurrenz; zuerst wird er sich in der Kantonalpartei gegen einen zweiten Ständeratskandidaten der FDP durchsetzen müssen. Nünlist kandidiert zugleich für den Nationalrat und wird auf der ersten Linie auf der zweiten FDP-Wahlliste figurieren. Der 57-jährige Stefan Nünlist ist als Leiter der Unternehmenskommunikation bei der Swisscom tätig. Seit zwei Jahren ist er Präsident der Kantonalpartei. Als solcher hielt er bei seiner Vorstellung eine mehr programmatische Rede und nannte die grössten Herausforderungen für unser Land: die Demografie und deren Wirkung auf die Sozialwerke, die Globalisierung, auf die man nicht mit Abschottung reagieren darf, sowie den Klimawandel. Dieser sei mit Ernsthaftigkeit anzugehen, ohne den Wohlstand aufs Spiel zu setzen. Wie er als Swisscom-Mitarbeiter, ein Unternehmen, das zu 100 Prozent der Eidgenossenschaft gehört, den Unvereinbarkeits-Konflikt mit dem Amt im eidgenössischen Parlament löst, wird er nach der allfälligen Wahl klären. Option: die vorzeitige Pensionierung.

«Glückswellen» für Kandidaten

Neben Nünlist verfügt die Amtei Olten-Gösgen über vier weitere Nationalratskandidaten. Der 1967 geborene Peter Hodel ist gelernter Bauer, verheiratet und Vater einer Tochter. Seit 1993 wirkt er im Gemeinderat von Schönenwerd mit, seit 2005 als Präsident. 2012 wurde er in den Kantonsrat und bald darauf zum Fraktionspräsidenten gewählt. Sein Einstieg in die Politik erfolgte über die Vormundschaftskommission. Heute wirkt er in der kantonsrätlichen Sozial- und Gesundheitskommission; dort wird er sich auch in Bundesbern engagieren: «Wir brauchen gute Sozialwerke, die finanziert werden können». Ebenfalls im Kantonsrat sitzt Markus Spielmann, Starrkirch. Der Jurist ist Geschäftsführer des Solothurner Hauseigentümerverbands. Er vertrete eine eigentümerfreundliche Grundhaltung, beschrieb er seine Motivation. Der 34-jährig David Plüss studierte an der ETH Chemie und ist beim Staatssekretariat für Wirtschaft Seco in Bern für die Zulassung für Chemikalien zuständig. Im Oltner Parlament fungiert er als Präsident der GPK. Der fünfte Kandidat, Reto Grolimund, war abwesend; er ist Bauingenieur ETH. Alle Nominierten erhielten «Glückswellen» mit auf den Weg, eine Confiserie-Creation aus Schokolade.

Neben den Nominationen erledigten die Delegierten die üblichen Geschäfte. Sie verabschiedeten den Jahresbericht 2018 der Präsidentin Marianne Benguerel-Kiefer ebenso einstimmig wie die von Vincenzo Imperia vorgestellte Rechnung und das Budget. Neu bezahlt jede Ortspartei 80 Franken in die Kasse der Amteipartei.