Nun meldet sich auch die SP in Sachen Veloständer am Amthausquai zu Wort. Die Partei findet ebenfalls, dass das Ortsbild durch die 56 Veloparkplätze abgewertet würde, wie es in einer Medienmitteilung heisst. Die Partei habe aber auf eine Einsprache verzichtet, weil Parteien kein Verbandsbeschwerderecht haben. Auf die Ausschreibung hin sind bei der Baudirektion zwei Einsprachen eingegangen, eine von der FDP, eine andere vom Ex-FDP-Nationalrat und Anstösser Ruedi Steiner.

Die SP macht in ihrer Mitteilung einen Alternativvorschlag und legt gleich auch noch eine Grafik bei (siehe oben): Die Stadt solle auf dem Känzeli oberhalb der Bahnhofterrasse eine provisorische ein- oder doppelstöckige Anlage realisieren, die für rund 50 respektive 100 Velos Platz böte. «Diese Variante hätte den Vorteil der unmittelbaren Nähe zum Bahnhof und wäre mit dem Fahrrad über den Velostreifen gut zu erreichen», heisst es in der Mitteilung weiter.

So stellt sich die SP die doppelstöckigen Veloständer auf dem Känzeli oberhalb der Bahnhofterrasse vor. Der grüne Bereich symbolisiert die Aare.

So stellt sich die SP die doppelstöckigen Veloständer auf dem Känzeli oberhalb der Bahnhofterrasse vor. Der grüne Bereich symbolisiert die Aare.

Eine weitere Alternative wäre aus Sicht von SP-Präsidentin Brigitte Kissling, die bestehende Velostation Olten West ebenfalls mit doppelstöckigen Veloständern aufzurüsten. «Dann gäbe es beim Bahnhof kein Veloparkplatz-Problem mehr», so Kissling. Bisher gibt es auf dem überdachten Areal normale Veloständer. Für beide Varianten hat die Partei keine Kostenberechnung vorgenommen. Um ihren Forderungen stärkeren Nachdruck zu verleihen, überlegt sich die Partei zudem einen Vorstoss im Gemeindeparlament.

So gehts mit Einsprachen weiter

Baudirektor Thomas Marbet nimmt die Vorschläge seiner eigenen Partei mit Erstaunen zur Kenntnis: «Wenn das Stadtbild beim Amthausquai beeinträchtigt würde, dann wäre das beim Känzeli auf der anderen Seite noch stärker der Fall», glaubt er. Für ihn kommt die Variante beim Känzeli aus diesem Grund definitiv nicht infrage. Für die Stadt darf ein Provisorium zudem nicht zu teuer sein, weil bei der Umgestaltung des Bahnhofplatzes in einigen Jahren unterirdisch rund 1000 Veloplätze entstehen sollen. Die 56 geplanten Veloplätze würden die Stadt rund 40'000 Franken kosten.

Die beiden Einsprachen zu den Veloständern werden nun von der Baukommission und laut Marbet «vermutlich auch von der Altstadtkommission» behandelt. Zu prüfen sein wird zuerst einmal, ob die FDP als Partei überhaupt einspracheberechtigt ist. Auch im Stadtrat werden die Velounterstände nochmals ein Thema sein, wie Marbet sagt. Ob der Stadtrat trotz der Gegenwehr daran festhalten wird, ist allerdings noch unklar.