SVP-Gemeinderat Ernst Eggmann will den Gordischen Knoten um die Erschliessung des neuen Quartiers Olten SüdWest für Fussgänger und Velofahrer lösen. Das Gemeindeparlament hat das Vorprojekt zur geplanten Stadtteilverbindung Hammer mit Kosten von
15 Millionen Franken letzten Dezember vorerst vertagt. «Jetzt kann die Stadt nicht einfach nichts machen», ist Eggmann überzeugt.

Seine Idee: Bis die neue Stadtteilverbindung in fernen Jahren eventuell einmal realisiert sein wird, könnte der bestehende Rötzmatttunnel als Langsamverkehrsverbindung für die Olten-SüdWest-Bewohner aufgewertet werden. Dieser würde «in einen einspurig befahrbaren Tunnel mit beidseitigem Gehweg und integrierten Velospuren» umgebaut werden, schreibt Eggmann in seinem Vorstoss, der an der nächsten Parlamentssitzung vom 26. Januar behandelt werden soll.

Statt wie bisher im Tunnel würden die stadtauswärts fahrenden Autos einfach vor dem Tunnel auf Grün warten. Bis anhin besteht neben der Fahrbahn in Richtung Innenstadt ein Trottoir für Fussgänger, neben der Fahrbahn stadtauswärts gibts eine Velospur.

Wie hoch die Kosten für den Umbau wären, hat Eggmann nicht abgeklärt. In seinen Augen dürften diese aber bedeutend tiefer sein als der 10-Millionen-Anteil, welchen die Stadt Olten bei der Stadtteilverbindung zu tragen hätte. Zudem wäre die Langsamverkehrs-Alternative schnell realisierbar. Eggmann zufolge könnte dies bereits in diesem Jahr geschehen.

Stadtrat lehnt Postulat ab

Der SVP-Gemeinderat stösst beim Stadtrat allerdings mit seinem günstigeren Alternativ-Vorschlag zur Stadtteilverbindung auf kein Gehör. Die Regierung empfiehlt das Postulat zur Ablehnung. Zum einen sei der Knoten Rötzmatt während der Abendspitze bereits heute «stark ausgelastet», wie es in der Antwort von Stadtpräsident Martin Wey heisst.

Zum anderen rechnen die Verkehrsplaner beim zunehmenden Ausbau des Quartiers Olten SüdWest mit einer weiteren Verkehrszunahme bis 2030 – mit der Folge, dass der Rötzmatttunnel bereits mit den heutigen zwei Fahrspuren während der Abendstunden überlastet sein könnte.

Negativ dazu kommt, dass einer allfälligen einspurigen Verkehrsführung im Rötzmatttunnel die Umschaltzeit zwischen den Rot- und Grünphasen länger dauert, was die Auslastung der Kreuzung um rund 40 Prozent schmälern würde.

Der Rötzmatttunnel wurde 2013 zur Eröffnung der Entlastung Region Olten (ERO) bereits mit dem erwähnten Trottoir und der Velospur aufgewertet. In der ERO-Planung war sogar einst vorgesehen, den heute 9 Meter breiten Tunnel auf knapp 18 Meter zu erweitern, um Platz zu schaffen für beidseitige Velospuren und Trottoirs sowie eine separate Rechtsabbiegespur stadtauswärts.

Weil der Kanton es ablehnte, das Ausbau-Projekt ins ERO-Programm aufzunehmen, hätte die Stadt die geschätzten Kosten von 17,9 Millionen Franken selbst tragen müssen. Der Stadtrat entschied daher 2009, das Projekt fallen zu lassen. Das Ausbauprojekt sei aber nie als Alternative zur Stadtteilverbindung Hammer gedacht gewesen, heisst es in der Stadtrats-Antwort weiter.