Olten

Statt nach Blumen riechts hier bald nach Pasta

Das Haus an der Baslerstrasse 15 wird derzeit abgerissen: Es gibt einen viergeschossigen Neubau mit einem italienischen Restaurant im Parterre und zwei Wohnungen in den oberen Stockwerken.

Das Haus an der Baslerstrasse 15 wird derzeit abgerissen: Es gibt einen viergeschossigen Neubau mit einem italienischen Restaurant im Parterre und zwei Wohnungen in den oberen Stockwerken.

Das Blumen-Lehmann-Gebäude an der Baslerstrasse 15 in Olten wird abgerissen. Es entsteht ein Neubau mit italienischem Restaurant und zwei Wohnungen. Bauherr ist der bekannte Oltner Augenchirurg Alex Heuberger.

Für das Ex-Blumen-Lehmann-Gebäude an der Baslerstrasse 15 in Olten hat die letzte Stunde geschlagen: Das nicht denkmalgeschützte Haus, das laut der Solothurnischen Gebäudeversicherung 1840 entstanden und ein Überbleibsel der dörflich geprägten Häuserzeile nördlich der Stadtkirche ist, wird derzeit abgerissen. Ein viergeschossiger Neubau mit Giebeldach sowie mit einem italienischen Restaurant im Parterre und einer 1,5- und einer 3,5-Zimmer-Wohnung in den oberen Stockwerken wird bis Frühling 2017 entstehen. Im alten Gebäude hat Lotti Lehmann über Jahrzehnte einen Blumenladen betrieben.

Bauherr und Hausbesitzer ist der Oltner Augenchirurg Alex Heuberger, der ins Schwärmen gerät, wenn er von seinem Projekt erzählt, das von den einheimischen Architekten Edi Stuber und Thomas Germann geplant wird: «Es wird ein spezielles italienisches Restaurant mit ausgezeichneter Küche und einem Kaffee neapolitanischer Art geben.» Er hätte einen Pächter an der Angel und arbeite nun das Konzept genauer aus. Angedacht ist, dass in einem Teilbereich des 250 m2 grossen Restaurants auch Stehplätze für einen Take-away-Bereich zur Verfügung stehen. Im Keller will Heuberger eine «schöne Bar» einrichten, für einen «gemütlichen Schlummertrunk» auch spätabends noch, wie er sagt. Zur Baslerstrasse hin und auch im Hinterhof auf dem bis zur Konradstrasse verlängerten Parterregeschoss soll es eine Aussenbestuhlung geben. Heuberger ist überzeugt, dass er mit dem Projekt Erfolg hat, weil es in seinen Augen «wenig gute Restaurants in Olten gibt». Zur genauen Investitionssumme will er keine Angaben machen. 

Der Blick in den Hinterhof mit dem ehemaligen Treibhaus des Blumenladens: Das Parterregeschoss mit dem 250 m2 grossen Restaurant wird bis zum Trottoir der Konradstrasse gebaut. Darauf entsteht eine grosse Terrasse für die Restaurant-Gäste und für die Wohnungen.

Blick von der Konradstrasse

Der Blick in den Hinterhof mit dem ehemaligen Treibhaus des Blumenladens: Das Parterregeschoss mit dem 250 m2 grossen Restaurant wird bis zum Trottoir der Konradstrasse gebaut. Darauf entsteht eine grosse Terrasse für die Restaurant-Gäste und für die Wohnungen.

Römische Gebäudereste vermutet

Bevor allerdings der Neubau bis zur angepeilten Eröffnung im Frühling 2017 vollendet ist, rücken die Archäologen an. Im Untergrund des Hauses werden römische Gebäudereste der alten Oltner Strassensiedlung vermutet. Es gibt bereits sehr viele Fundmeldungen in der näheren Umgebung, wo Grundmauern eines Badegebäudes oder Keramikbrennöfen gefunden wurden. «Vielleicht stand hier nur ein Holzhaus, sodass wir nicht grosse Mauern finden werden», sagt Andrea Nold von der Kantonsarchäologie. Zwei Monate sind für die Archäologen veranschlagt, um mögliche römische Funde auszugraben, zu dokumentieren und für die Nachwelt aufzubereiten. Ob diese Zeit reicht, hängt auch davon ob, was schliesslich gefunden wird.

Doch nicht nur wegen der Römer kommt es beim Neubau zu Verzögerungen, sondern laut Bauherr Heuberger auch wegen der Stadt. Er kritisiert die Baukommission, weil die von ihm gewünschten Erker-Ausbuchtungen zur Baslerstrasse hin abgelehnt wurden. Baudirektions-Leiter Adrian Balz hält dagegen, dass die von Heuberger gewünschten Erker nicht dem von 1979 geltenden Teilzonenplan entsprochen hätten. Für die Erker-Bauten hätte Heuberger die Zustimmung der Besitzer der Nachbarliegenschaften erbringen müssen. Zudem sei es auch eine ästhetische Frage, wie weit sich Erker typologisch in das bestehende Fassadenbild der Baslerstrasse einordnen liessen.

Statt eines Neubaus wurde auch eine Aufstockung des bestehenden Gebäudes geprüft, was allerdings aus statischen Gründen nicht möglich war. Der von der Regierung letztes Jahr genehmigte Gestaltungsplan erlaubt in diesem Bereich eine Gebäudehöhe von vier Geschossen über Boden.

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