Zur Erprobung des neuen Finanzierungssystems soll ein zweijähriger Pilotversuch stattfinden; die entsprechende Versuchsverordnung wird dem Gemeindeparlament an dessen Sitzung vom 23./24. September zur Genehmigung unterbreitet.

Die Einwohnergemeinde Olten unterstützt heute vier Krippen (mit etwa 630 000 Franken) und zwei Horte (mit zirka 200 000 Franken) in Form einer Objektfinanzierung. Mit diesem Betrag werden 110 Betreuungsplätze subventioniert. Aktuell profitieren rund 225 Kinder, davon sind 170 aus Olten und 55 Auswärtige.

Neu soll die familien- und schulergänzende Kinderbetreuung auf die Subjektfinanzierung umgestellt werden: Mithilfe von Betreuungsgutscheinen sollen künftig die Eltern direkt unterstützt werden und nicht mehr wie bisher die Betreuungsinstitutionen. Betreuungsgutscheine sind einkommensabhängige Rückerstattungsbeiträge der Betreuungskosten durch die Einwohnergemeinde Olten, welche auf Antrag direkt an die Eltern ausbezahlt werden.

Zweijährige Pilotphase

In einer Übergangsphase soll das Mengengerüst 2016 und 2017 beibehalten werden, die Finanzierungsart jedoch bereits von Objekt- zu Subjektfinanzierung angepasst werden. Dafür soll in den Jahren 2016 und 2017 mit der Hilfe eines Pilots der Grundstein gelegt werden. Das Gesamtpaket mit einem neuen Reglement und den Subventionen 2018 wird dann im ersten Halbjahr 2017 unterbreitet.

Vom zweijährigen Pilotversuch vom 1.1.2016 bis 31.12.2017 mit einer Subjektfinanzierung mit Betreuungsgutscheinen nach einkommensabgestuften Beiträgen können Oltner Eltern profitieren, wenn ihr Kind neu in einer Krippe in Olten betreut wird. Die Eltern bezahlen der Krippe monatlich den vollen Preis im Voraus und erhalten von der Stadt Olten im Nachhinein, abhängig vom Nettolohn unter Anrechnung von 10% des steuerbaren Vermögens, einen monatlichen Betrag zurückerstattet. Dieses Angebot kann in folgenden Krippen in Olten eingelöst werden: Kinderkrippe Chinderstube, Kinderkrippe Sonnhalde, Kinderkrippe Hagmatt, Kinderkrippe Schürmatt sowie neu auch in der Kinderkrippe Lilly & Lars und der Kinderkrippe SmallWorld.

Oltner Kinder in auswärtigen Krippen bzw. deren Eltern werden in der Pilotphase nicht einbezogen. Auswärtige Eltern von Kindern in Oltner Krippen bezahlen den vollen Preis. Der Stadtrat hat zudem die Elterntarife der bisher objektfinanzierten Betreuungsinstitutionen angepasst. Die Anpassung ist notwendig, weil die Kosten der Krippen in den letzten Jahren gestiegen sind. Die Stadt Olten beteiligt sich weiterhin mit insgesamt 630 000 Franken an der familienergänzenden Kinderbetreuung und reduziert in der Pilotphase die Unterstützung auf Eltern mit einem Einkommen von 0 bis 130 000 Franken; bisher wurden Eltern mit Einkommen bis 160 000 Franken unterstützt.

Die schulergänzende Kinderbetreuung ab dem zweiten Kindergartenjahr ist noch in Arbeit und kann voraussichtlich auf das Schuljahr 2016/2017 eingeführt werden.(PD)