Als «ökologische Ausgleichs- und Ersatzmassnahme» im Rahmen der «Entlastung Region Olten» (ERO) war in den Jahren 2011 und 2012 die Revitalisierung des Laufs der Dünnern zwischen Wangen und Olten geplant. Rechtzeitig im Juni 2011 wurde mit den Arbeiten begonnen, auf den ersten 600 Metern ausgehend von Olten wurde bis zum Schotter der Boden entfernt und so der Rohbau des neuen Dünnern-Gerinnes ausgehoben. Bis schliesslich im Dezember dieses Jahres Dünnernwasser als Folge eines Hochwassers durch das neue Dünnern-Gerinne in den Grundwasserstrom geriet. Man fürchtete um die Qualität des Grundwassers im Bereich der Trinkwasserfassungen Gheid, die sich in unmittelbarer Nähe des Baugebiets befinden. Durch Untersuchungen konnte glücklicherweise keine negative Beeinflussung festgestellt werden. Dennoch entschied die Bauherrschaft im Mai 2012, dass ein Baustopp eingelegt und das Projekt genauestens überprüft werden solle.

Nach zwei Jahren, diversen Untersuchungen und einigen Projektanpassungen sind rund 450 000 Franken Mehrkosten entstanden. Mit neu geplanten Kosten von rund 3,95 Mio. Franken wird die Revitalisierung voraussichtlich im kommenden Sommer fortgesetzt. Die Analysen von Grund- und Trinkwasser und die Projektanpassungen können sämtliche Risiken für das Oltner Trinkwasser, die durch die Renaturierung entstehen könnten, für den Abschnitt Ost ausschliessen. Dies berichtet Markus Spring, der Informationskoordinator der ERO .

«Die Massnahmen zum Schutz des Grundwassers und die daraus resultierenden Anpassungen am Projekt haben die Voraussetzungen verändert», so Spring. Deshalb müssen die Bauarbeiten für die Renaturierung der östlichen 600 Meter neu ausgeschrieben werden. Aus diesem Grund kann auch nicht – wie im vergangenen November in einer Medienmitteilung angekündigt – bereits im Frühling dieses Jahres mit den Bauarbeiten fortgefahren werden. Mit der Arbeit an den westlichen 300 Metern wird man aus Sicherheitsgründen noch zuwarten. Diese wird frühestens in den nächsten drei bis fünf Jahren in Angriff genommen, unter der Voraussetzung, dass Olten über eine zweite Trinkwassereinspeisung ins Versorgungsnetz neben der im «Gheid» verfügt.

Im östlichen Abschnitt wird – vorausgesetzt, dass auf die neue Ausschreibung keine Beschwerde erfolgt – noch vor Baubeginn die Bekämpfung der aufgekommenen Neophyten auf dem Plan stehen. Ebenfalls muss der Rohbau des neuen Gerinnes vom Material befreit werden, welches durch Hochwasser angeschwemmt wurde. Danach erst kann der Rohbau fertiggestellt werden. Weiter geplant sind die Gestaltung der nördlichen und südlichen Böschungen sowie jene des Zuflussbereiches des Gheidbaches und das Erstellen der neuen und der Rückbau der alten Gheidbrücke. Ausserdem werden der Rad- und Fussweg im Bereich der neuen Brücke angepasst.

«Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende 2014, und im Frühjahr 2015 erfolgen abschliessend die Ersatzaufforstungs- und Begrünungsarbeiten für den östlichen Abschnitt», sagt Markus Spring. Die genauen Pläne – die alten als auch bald die angepassten – sind im Internet auf www.entlastung.info unter «ökologische Ausgleichs- und Ersatzmassnahmen» zu finden.