Bei der dringlichen Motion von Corina Bolliger von der Jungen SP zeigte sich wieder mal, dass das Parlament derzeit auch dank des SP-Parlamentspräsidenten Ruedi Moor eine knappe linke Mehrheit hat. Bolliger verlangte in ihrem Vorstoss, dass der Stadtrat ein Projekt ausarbeitet respektive ein bestehendes dazu benutzt, um beim Pilotprogramm «Anpassung an den Klimawandel» einzureichen. Der Bund würde höchstens die Hälfte an den Projektgesamtkosten von 230'000 Franken zahlen, der Rest, also maximal 115'000 Franken, müsste die Stadt Olten berappen.

Weil ein solches Projekt bereits am 4. Mai beim Bundesamt für Umwelt eingegeben sein muss, ist laut Bolliger die Dringlichkeit gegeben. Am Mittwoch kam dies beim Parlament mit 18 zu 16 Stimmen durch. Bei der Behandlung am Donnerstag warnte die bürgerliche Parlamentshälfte vergebens vor diesem «überhasteten Vorstoss» (Daniel Probst, FDP) oder den «fehlenden personellen oder finanziellen Ressourcen» (Doris Känzig, SVP), wie es auch der Stadtrat in seiner Antwort monierte und daher eine Überweisung ablehnte. Zudem gebe es derzeit gar kein bestehendes Projekt, das eingegeben werden könne.

Nach der Abstimmung stand es 19 zu 19 – bei jedem der beiden Blöcke fehlte eine Person – dank des Stichentscheids von Ratspräsident Moor wurde der in ein Postulat umgewandelte Vorstoss überwiesen. Laut Stadtschreiber Markus Dietler werde nun in den Bereichen Bau oder Werkhof ein im Aufbau bestehendes Projekt gesucht, das bis Anfang Mai beim Bund eingegeben werden könnte. «Jetzt ein Projekt völlig neu zu lancieren, ist zu spät.»