Stadtoltner Löhne sind nicht mehr konkurrenzfähig. Oder besser gesagt: Sie waren es. Dieser Makel ist vom Parlament, ganz im Sinne des Stadtrates, behoben worden. Mit 33 zu 4 Stimmen bei 5 Enthaltungen hat die Legislative einer Flexibilisierung der Gestaltung von Anfangslöhnen zugestimmt. Mit der aktuellen Massnahme wird aber nicht das Ende der Lohnkostenreduzierung eingeläutet. «Wir sparen einfach etwas weniger», so Stadtpräsident Martin Wey.

Die städtischen Lohnofferten, gültig seit 1. Januar 2016, konnten nach den getroffenen Sparmassnahmen nämlich weder mit Angeboten in der Privatwirtschaft noch mit solchen aus andern Gemeinwesen mithalten. Das führte dazu, dass in vielen Bereichen, und nicht nur im Kadersegment, verschiedene Positionen nicht mehr mit geeigneten Fachkräften besetzt werden konnten. Deshalb legte der Stadtrat Olten dem Parlament eine Teilrevision der Personalverordnung vor, welche mehr Flexibilität bei der Anfangsbesoldung ermöglicht.

Neben der bisher gültigen Regelung (die maximale Abweichung nach oben beträgt 10 anrechenbare Altersjahre, nach unten deren 5) kann der Stadtrat nun mit dem Segen des Parlaments zusätzlich eine maximale Abweichung um 10 Prozent des Funktionslohnes nach oben beschliessen.

Im Parlament war die Teilrevision grossmehrheitlich unbestritten; mehr oder weniger halt der Not oder Situation gehorchend. Denn, das wurde bei allen Voten der Fraktionssprecher klar: Die Revision schafft Lohnungleichheit. Deshalb setzen alle Parteien darauf, der Stadtrat möge spätestens im Herbst 2017 die angekündigte grössere Revision vorstellen. Von dieser wird erwartet, dass die jetzt geschaffenen Ungerechtigkeiten weitgehend korrigiert werden.

Einzig die SVP-Fraktion sah die Gefahr, das ganze Lohnkonstrukt würde, wegen einer kleinen Korrektur, langfristig aus den Fugen geraten. Sie wollte deshalb gar nicht auf das Geschäft eintreten. «Der stadträtliche Wunsch ist zwar nachvollziehbar, aber er schafft Lohnungleichheit», so Sprecher Philippe Ruf. Und Ungleichheiten würden lange nachhallen. Er warnte davor, jetzt mit einem Schnellschuss Einzelfällen gerecht zu werden, aber dabei die Gesamtheit der Interessen aus den Augen zu verlieren. Der SVP-Antrag fand aber ausserhalb der eigenen Kreise keine Sympathie und fiel mit 33 zu 5 Stimmen bei einer Enthaltung durch.