Das programmatische Motto von Herbert Schibler, Intendant des Stadttheaters Olten, ist seit Jahren ein Bewährtes und tönt eigentlich banal: «Für jede und jeden etwas» nämlich. Ein vielseitig abgestütztes Angebot, das war stets seine Idee. Dass auch ein anderer Weg möglich wäre, ist für Schibler durchaus denkbar. «Aber nicht mit mir», wie er dezidiert betont. Und eigentlich auch nicht in einem Haus wie jenes in Olten, welches ausschliesslich Gastspiele beherbergt.

Im Spielprogramm 18/19 gibt’s je neunmal Klassik, Musiktheater, Musical und Show, und ebenso oft kommen Liebhaber von Schauspiel, Komödie und Krimi auf die Rechnung. Und: Für die Kinder stehen vier Nachmittagsvorstellungen auf dem Programm, während sich die Opern- und Operettenfreunde auf fünf Aufführungen, davon deren zwei in Olten, freuen können.

«Allen Produktionen ist gemein, dass sie den sehr hohen qualitativen Anspruch von uns Programmgestaltern genügen», so der Intendant. Oder auf einen Nenner gebracht: «Grosse Kunst in einer kleinen Stadt», wie Schibler zu sagen pflegt. Und: Seine Strategie geht auf.

Ein Rückblick auf die Saison 17/18 des Stadttheaters zeigt: Sie reiht sich nahtlos an die vorangegangene Spielzeit: Mit wiederum mehr als 14'000 Zuschauerinnen und Zuschauer konnte erneut eine Auslastung von 86 Prozent erreicht werden. Von den 33 Aufführungen in Olten waren deren 10 restlos ausverkauft. Durchschnittlich besuchten 412 Personen die Vorstellungen.

Zahlen, die den Rekordwerten des Vorjahres entsprechen. «Wir dürfen auch diese Saison als sehr erfolgreich bewerten, qualitativ wie quantitativ», sagt Schibler dazu. Die gelösten 1172 Abos stellten einen Rekordwert dar, der nur mehr schwerlich zu topen sei. «Aber das sag ich jedes Jahr», macht Schibler auf Understatement. Und schliesslich kommt auch noch einer seiner Herzenswünsche auf Tapet. Fürs Jahr 2020 sind im Finanzplan 100 000 Franken vorgesehen, um eine Abklärungsanalyse bezüglich Bedarf und Qualität eines allfällig neuen Bühnenhauses vornehmen zu lassen, wie Stadtrat Thomas Marbet auf Anfrage bestätigt.

Weltklasse im Konzertsaal

Auf das Klassik-Publikum warten wiederum Konzerte von Weltklasseformat. Zu Gast sind unter anderen die Violinistinnen Patricia Kopatchinskaja (mit dem Kammerorchester Basel) und Midori (mit dem Münchener Kammerorchester), der Klarinettist David Orlowsky (mit Chaarts), Klaviergenie Kit Armstrong sowie Ensembles wie die Camerata Salzburg, L’Opera Stravagante aus Venedig und das Hagen Quartett.

Das Opernpublikum darf sich zwei Gastspiele notieren: Rossinis «La Cenerentola» und Puccinis «Madama Butterfly» sind in Olten zu sehen, «Lucia di Lammermoor» in Basel, «Dido und Aeneas» in Solothurn und «Tristan und Isolde» in Bern.

Und musikalisch? Einer Rarität eröffnet die Saison am 14. September: Das «Ukulele Orchestra of Great Britain» geht auf musikalische Weltreise. Ungewöhnlich auch «Breakin’ Mozart», eine Kombination von Klassik und Breakdance oder die Canadian Brass, die kurz vor Fasnachtsbeginn mit «Carnaval» aufwartet. Mit «Saturday Night Fever» ist das bekannteste Musical aus der Discowelle der Siebzigerjahre zu sehen, ein zweites beleuchtet das Leben der österreichischen Pop-Ikone Falco. Und zusammen mit dem «Orchestre du Soleil» taucht Schauspieler Joachim Król ein in die Geschichte «Der erste Mensch» nach Albert Camus.

Klassiker der Bühnenliteratur

Äusserst vielfältig präsentiert sich auch das Schauspielprogramm: Mit Orwells «Animal Farm», Shakespeares Drama «Richard III.» und «Die Glasmenagerie» von Tennessee Williams sind mehrere Bühnenklassiker in Olten zu sehen. Krimi-Begeisterte treffen bei «Ein Mord wird angekündigt» auf Miss Marple, Kinogänger kennen «Monsieur Claude und seine Töchter» bereits von der Leinwand. Ungewöhnliches bietet «Das Ballhaus». Die Schweizer Erstaufführung von Theater Orchester Biel Solothurn ist ein «Schauspiel ohne Worte», in dem durch die Jahrzehnte getanzt wird. Und bei «Goethes sämtliche Werke … leicht gekürzt» darf man sich auf einen humorvollen Abend mit Tiefgang freuen.

Zwei Musicals und zwei Märchen umfasst das Programm für das jüngste Publikum, allesamt mit Stars aus Kindergeschichten: Peter Pan, Michel von Lönneberga, Rumpelstilzchen und Zwerg Nase. Sie sorgen für unterhaltsame Samstag-