Nein, eine wirkliche Entspannung auf den öffentlichen Veloabstellplätzen zeichnet sich in Olten noch nicht ab. Zwar hat die Stadt vor wenigen Monaten, speziell auf dem rechten Kopf der Aarebrücke, eigens Parkfelder für Zweiräder markieren lassen und am nördlichen Amthausquai die Schaffung neuer Abstellplätze angestrebt.

Mehr Ordnung hatte man sich von diesen Vorhaben erhofft. Und: Seit der Integration der Stapo Olten (ab 1. Januar 2016) wurden durch die Polizei Kanton Solothurn 263 Fahrräder rund um den Bahnhof eingesammelt. Davon konnten 5 wieder ausgehändigt werden und bei 5 Fahrrädern wurde der Verzicht unterschrieben, wie die Polizei auf Anfrage dieser Zeitung mitteilt.

Die Polizei hat rund um den Bahnhof bereits 263 Fahrräder eingesammelt.

Die Polizei hat rund um den Bahnhof bereits 263 Fahrräder eingesammelt.

Nun zeigt ein Vorstoss von Christoph Fink (Fraktionsgemeinschaft CVP/EVP/GLP) aber: Mit der Ruhe und Ordnung ist es nur bedingt weit her. Fink hat Ende Januar eine Motion eingereicht, welche den Stadtrat beauftragen soll, einen Reglementsentwurf über die Nutzung von Veloabstellplätzen vorzulegen.

Davon will der Stadtrat allerdings nicht wissen und empfiehlt dem Gemeindeparlament, die Motion Fink als nicht erheblich zu erklären. Es fehle nicht an rechtlichen Handhabungen, sondern deren Vollzug sei die Schwierigkeit.

Zu viele auf Dauer abgestellt

Fink hat zweierlei festgestellt. Erstens: Im Bereich Hauptbahnhof sind die Veloabstellplätze vollständig belegt oder gar überbelegt. Zweitens ist Fink überzeugt, dass dieser Umstand der hohen Zahl an scheinbar herrenlosen Zweirädern geschuldet ist. «Viele – oft auch defekte Velos – bleiben dort über Tage und Wochen abgestellt», sagt er auf Anfrage.

Und er mutmasst, dass die herrenlosen Zweiräder von ihren Besitzern offenbar vergessen oder gar entsorgt worden seien. Die Zahlen der Polizei legen diese Vermutung nahe. Nun soll dem Stadtrat die Kompetenz eingeräumt werden, länger nicht mehr genutzte Fahrräder nach angemessener Warnfrist durch die Kantonspolizei entfernen zu lassen.

Im Wesentlichen schwebt dem Motionär vor, das Reglement auf dem ganzen Stadtgebiet angewendet zu wissen, obschon die prekären Platzverhältnisse von allem am Hauptbahnhof zu beklagen sind. «Ich bin vor allem für eine regelmässige und konsequentere Praxis», sagt Fink. «Mindestens einmal pro Monat.»

Länger nicht mehr genutzte Fahrräder sollen nach einer Warnfrist durch die Polizei entfernt werden, wünscht sich Fink.

Länger nicht mehr genutzte Fahrräder sollen nach einer Warnfrist durch die Polizei entfernt werden, wünscht sich Fink.

Überfüllt und chaotisch

Denn der Eindruck, den ein überfüllter und chaotisch wirkender Veloparkplatz hinterlasse, sei ein denkbar schlechter. Nirgendwo anders als in Olten habe er eine solche Unordnung auf vergleichbaren Parkplätzen erlebt, sagt Fink dazu, der mit der stadträtlichen Antwort alles andere als zufrieden ist.

Die Bodenmarkierungen hätten zwar etwas gebracht, sagt er. Und: «Natürlich ist es bedauerlich, dass die vorgesehenen Veloabstellplätze am Amthausquai aufgrund von Einsprachen bislang nicht realisiert werden konnten.»

Aber einfach zu warten, bis der neu gestaltete Bahnhofplatz greife, sei auch keine Lösung. Denn letztlich ändere dies nichts an der Situation am Bahnhof. «Die dauert nun schon lange an.» Der Stadtrat hält ein gemeindeeigenes Reglement für unnötig.

Allein der Vollzug der Reglemente bereite Schwierigkeiten, zumal die Einwohnergemeinde über kein eigenes Personal verfüge, sondern auf die Zusammenarbeit mit der Kantonspolizei angewiesen sei. Aber entsprechende Absprachen seien erfolgt, tröstet der Stadtrat.