In einem Postulat hat die Fraktion SP/Junge SP die Idee eines Hauses der Kultur in der Innenstadt lanciert: In den beiden Gebäuden an der Kirchgasse 8 und 10, das heutige Kunstmuseum und das ehemalige Naturmuseum, sollen dereinst ähnlich wie das Haus der Museen mehrere städtische Institute Platz haben. Neben dem Kunstmuseum haben die Genossen an die Stadtbibliothek und ein Kulturcafé im Erdgeschoss gedacht.

Der Stadtrat will die Idee nicht weiterverfolgen und empfiehlt dem Gemeindeparlament, den Vorstoss nicht erheblich zu erklären. Zwar habe der Stadtrat die von der SP-Fraktion vorgeschlagene Kombination von Kunstmuseum und Stadtbibliothek geprüft. Eine Studie der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Chur kommt allerdings zum Schluss, dass Stadt- und Jugendbibliothek unter ein Dach gehörten. Der Stadtrat zählt dabei die Verwendung der gleichen Software oder das geplante Zusammenführen der Datenbanken auf – und schliesst daraus, dass «die Synergien zwischen den beiden Bibliotheken grösser sind als diejenigen zwischen Stadtbibliothek und Kunstmuseum». Zudem sei es auch aus Platzgründen nicht möglich, die drei Institute in den beiden städtischen Liegenschaften an der Kirchgasse unterzubringen.

Nicht zuletzt hat der Stadtrat kürzlich entschieden, dass das Kunstmuseum an seinem bisherigen Standort bleiben und das ehemalige Naturmuseums-Gebäude hingegen verkauft oder im Baurecht abgegeben werden soll. Dazu heisst es im von Stadtpräsident Martin Wey beantworteten Vorstoss: «Der Verkauf einer Liegenschaft zur (Mit-)Finanzierung von Projekten wie dem Schulhaus Kleinholz ist im Übrigen in den aktuellen Finanz- und Investitionsplänen vorgesehen.» Mit anderen Worten: Mit der Veräusserung etwa des Naturmuseum-Gebäudes will der Stadtrat Bauprojekte finanzieren. Bisher war vor allem von befristeten Steuererhöhungen die Rede, um Projekte wie das neue Schulhaus Kleinholz zu finanzieren. Ein Verkauf des Naturmuseums kommt aber vor allem bei linken Fraktionen im Gemeindeparlament nicht gut an.

Der Zusammenzug der Stadt- und Jugendbibliothek ist derzeit im Hübelischulhaus angedacht. Dieses wird allerdings frühestens im Jahr 2023 frei, wenn der Schulbetrieb dereinst ins neue Kleinholz-Schulhaus zügelt.