Der Oltner Stadtrat hat an der Montagssitzung über einen Kauf der gesamten Winkelüberbauung oder nur der Winkelunterführung diskutiert, wie das Oltner Tagblatt aus Insiderkreisen weiss und wie es verklausuliert in einer am Dienstag verbreiteten Mitteilung heisst. Über einen Mittelsmann liess der Grundeigentümer Erik Rischmann die jeweilige Preisvorstellung der Stadtregierung zukommen. Wie hoch diese für die gesamte Winkelüberbauung oder nur für seinen Teil der Winkelunterführung ist, wollte Rischmann am Dienstagabend auf Anfrage nicht sagen. Direkten Kontakt mit der Stadtregierung hat er seit einiger Zeit nicht mehr.

Wie diese Zeitung weiter weiss, soll zumindest der Kauf allein der Winkelunterführung mit einer allfälligen Sanierung für die Stadt im Bereich des finanziell Möglichen liegen und insgesamt 10 bis 12 Millionen Franken kosten. Wie die Stadtkanzlei schreibt, soll ein solcher Kauf aber wegen der nötigen Parzellierung in Stockwerkeigentum aus rechtlicher Sicht unmöglich sein, da «die Unterführung kein abgeschlossener Raum ist».

Mit dem Erwerb nur der Unterführung könnte der Stadtrat aber ein zentrales Anliegen der Bevölkerung umsetzen: Die Winkelunterführung wäre durchgängig mit dem Velo befahrbar, wenn etwa die Variante 1 der Studie «Aufwertung Winkelunterführung» von 2012 realisiert würde. Ladenflächen fielen weg und eine separate Velospur entstünde. Auch die zwei Rampen, die für Velos und Rollstühle zu steil sind, würden baulich angepasst.

Stadtpräsident Martin Wey bestätigte die Recherchen. Er hielt aber fest, dass dem Stadtrat kein «schriftliches Angebot des Besitzers» vorliegt, das der Stadtrat beantworten müsste. Wey ergänzt: «Die Türen für ein direktes Gespräch mit Rischmann sind von unserer Seite aus nicht zugeschlagen.»