Der Familiensonntag der Oltner Museen stand dieses Jahr ganz im Zeichen von Film und Abschied. Film, weil ein Vortrag zum Thema «Kostüme und Requisiten» sowie ein Talk mit der Schauspielerin Nathalie Cuzner auf dem Programm standen. Abschied, weil das Historische und das Archäologische Museum ihre Türen für die nächsten zwei Jahre schliessen werden.

Die Schliessung der Museen bedeutet aber keineswegs, dass das Team um Luisa Bertolaccini, die Leiterin des Historischen Museums, in den nächsten Monaten weniger zu tun haben wird. Es gilt, die Vorbereitungen für den anstehenden Umbau zu planen. Im Weiteren sei dies eine Chance, die grosse Sammlung aufzuarbeiten.

Dies konnte in der Vergangenheit kaum angegangen werden, weil Personal wie auch Zeit fehlten. Wichtig sei auch, dass der Kontakt zum Publikum bestehen bleibe. So ist der Museumstag im Mai gesetzt. Geplant sind auch Führungen im Depot, bei denen eine Auswahl an Sammlungsobjekten präsentiert wird.

Filmfreaks kamen auf ihre Kosten

Der Familientag selbst bot eine grosse Auswahl an Darbietungen. So präsentierte Bertolaccini eine Modenschau der besonderen Art. Kleider von der Steinzeit bis in die Achtzigerjahre des letzten Jahrhunderts konnten bewundert werden. Rinaldo Somaini ist ein Filmfreak im wahrsten Sinne des Wortes. Seit 17 Jahren sammelt er Filmkostüme und Requisiten. Einige seiner Schätze waren in den drei Museen zu bewundern, so ein Anzug aus «Men in Black».

In einem Vortrag zeichnete er die Entwicklung der Filmkostüme auf. Einige mögen sich noch an einfache Kulissen aus Holz und Karton erinnern, heute hat die Elektronik Einzug gehalten. In einem Talk erzählte Nathalie Cuzner, was es heisst, im Kostüm eines Droiden zu stecken. Sie ist die Frau, die in «Star Wars» den Droiden PZ-4CO verkörperte.

Schauspielerin Nathalie Cuzner war als Stargast geladen.

Schauspielerin Nathalie Cuzner war als Stargast geladen.

Schliessen, um wieder zu öffnen

«Wir lassen die Korken knallen»: Unter diesem Motto stand das Abschiedsfest am Schluss der Familientage. Regierungsrat Roland Fürst fand Analogien zu diesem Thema für die einzelnen Museen. Das Naturmuseum würde die «Sau rauslassen», oder das Archäologische Museum würde «auf den Putz hauen». Korken knallen hiesse aber auch Menschen oder eben Museen verbinden, dies im Haus der Museen. Man sei hier, um zu schliessen, aber auch, um wieder zu eröffnen. Da sei man auf einem guten Weg, zeigte sich Fürst überzeugt.

Stadtpräsident Martin Wey erinnerte in seinen Ausführungen an den Tag der Kultur, welcher als Antwort auf die Sparmassnahmen im Bereich der Kultur stattgefunden hatte. Dies sei ein Impuls für das «Haus der Museen» gewesen. Hinter diesem stehe die breite Oltner Bevölkerung, und das sehe er als gutes Zeichen. Es brauche aber nicht nur Geld, sondern auch Menschen. Neben den Museums-Leiterinnen Luisa Bertolaccini und Karin Zuberbühler (Archäologisches Museum) sei dies auch Peter Flückiger vom Naturmuseum. Wichtig sei ferner Stadtschreiber Markus Dietler, der wesentlich am Konzept mitarbeite.

Am Schluss liessen Bertolaccini und Zuberbühler nicht nur die Korken knallen, dies in Form einer riesigen Tischbombe, gefüllt mit Wünschen für die Zukunft.