Olten
Städtisches Kunstmuseum erhielt 123 Gemälde von Otto Morach geschenkt

Das Kunstmuseum Olten durfte eine grosszügige Schenkung von Werken des Schweizer Expressionisten und Kubofuturisten Otto Morach entgegennehmen. Die Bilder ermöglichen einen vertieften Einblick in die malerische Welt des Künstlers.

Madeleine Schüpfer
Drucken
Teilen
Selbstbildnis Morachs um 1912.

Selbstbildnis Morachs um 1912.

Bruno Kissling

Hugo Stüdeli, der Neffe des Künstlers, machte dies durch seine Schenkung möglich. Das Oltner Kunstmuseum, bekannt auf nationaler und internationaler Ebene für seine Kunst aus dem 20. Jahrhundert, bekommt dadurch eine einmalige Chance, Otto Morachs Schaffen in thematischen Ausstellungen aufleben zu lassen.

Persönliche Reise

In der gegenwärtigen Ausstellung im oberen Stockwerk des Kunstmuseums geht man auf eine persönliche Reise und entdeckt einen Morach, der tief zu berühren und zu begeistern vermag. Die Ausstellung ist interessant aufgebaut. Im ersten Raum erkennt man Bilder aus der bestehenden Werkgruppe Otto Morachs, gepaart mit ausgewählten Bildern aus der Schenkung, die zueinander in einen spannenden Dialog treten.

Eigentliche Meisterwerke sind zu entdecken wie «Der brennende Wald», entstanden um 1927. Er ist von bedrängender Ausstrahlung in seinen kraftvollen Markierungen der verkohlten schwarzen Stämme und dem brennend roten Himmel. Gegenüber hängt «Prozession» in einer grandiosen Gliederung, farbintensiv und aufsteigend im dunkelblauen Bildraum.

Von starker traumhafter Befindlichkeit ist das Bild «Dunkle Gebirgslandschaft», aber auch die Werke, die sich mit den Kriegsereignissen befassen. An der Wand gegenüber erlebt man übereinander angeordnet verschiedene Stillleben, Weibliche Akte, Intérieurs oder Häusergruppen. Immer spürt man den hochbegabten Maler heraus, der mit Licht und Schatten umzugehen wusste, in expressiven Betonungen Befindlichkeiten freilegte, die in ihren Bann ziehen. Auch seine Selbstbildnisse, mehrere an der Zahl, zeigen einen Morach in ganz unterschiedlicher Ausstrahlung.

Im nächsten Raum erlebt man «Garten im Süden», ein grosses Werk, gemalt 1922, das eine Baum- und Pflanzenlandschaft zeigt in fein abgestuften Grüntönen, dunkel verhangen, voller Geheimnis, wie auch das Bild «Am Ufer vom Langensee». Morach liebte die südlich geprägten Landschaften, Häusergruppen und Gärten, und in seinen letzten Bildern entdeckt man in diesen Motiven viel Zärtlichkeit und Poesie.

Witzig wurde der eigentliche Schauraum aufgebaut. Hier hängt übereinander eine Vielfalt an Morachbildern aus den verschiedensten Phasen und werden für den Besucher zu einem vergnüglichen Kunstspaziergang. In Abständen werden sie ausgetauscht, sodass man immer wieder Neues entdeckt. Ein Meisterwerk ist das «Grossmünster zu Zürich»; spannend sind auch die «Bergwerke von L’Estaque» und die zahlreichen ausdrucksstarken Viaduktbilder.

In Hubersdorf und Solothurn aufgewachsen liess sich Morach vorerst zum Sekundarlehrer ausbilden und dann zum Zeichenlehrer. Er war befreundet mit Arnold Brügger und Fritz Baumann, mit zwei ebenso bekannten Malern.

Einmalige Bereicherung

Dank Hugo Stüdeli ist es nun möglich, diesen Werken eine Bleibe zu geben und den Bestand der Schweizer Kunst des 20. Jahrhunderts im Kunstmuseum beeindruckend zu vertiefen. Es ist dies, wie Direktorin Dorothee Messmer und auch Stadtpräsident Martin Wey an der Vernissage vom Samstagabend ausführten, eine einmalige Bereicherung der bestehenden Sammlung.

Die Ausstellung dauert bis 17. November 2013

Aktuelle Nachrichten