Olten
Städtische Betriebe Olten setzen mehr Erdgas aber weniger Strom ab

Die Städtischen Betriebe Olten präsentieren trotz weiterhin rauem Umfeld ein erfreuliches Geschäftsjahr 2013: Unternehmenserfolg 1,8 Mio. Franken, erstmals über 600 Mio. Kilowattstunden Erdgas abgesetzt, dafür 25 Mio. kWh weniger Strom verkauft.

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Ernst Zingg (VR-Präsident) und Norbert Caspar (Vorsitzender der Geschäftsleitung)

Ernst Zingg (VR-Präsident) und Norbert Caspar (Vorsitzender der Geschäftsleitung)

Die Städtische Betriebe Olten (sbo) tätigten 14,6 Mio. Franken Nettoinvestitionen in ihre Netze und Anlagen, welche vollumfänglich eigenfinanziert werden konnten. An die Rechnung der Einwohnergemeinde Olten wurden in Form direkter oder indirekter Ablieferungen und Leistungen 3,2 Mio. Franken beigesteuert. Zudem werden Olten für das Jahr 2013 voraussichtlich gegen 100 000 Franken an Gemeindesteuern aus der Aare Energie AG (a.en) zufliessen.

Die a.en ist seit zwölf Jahren die gemeinsame Betriebsführungsgesellschaft der sbo und der Alpiq Versorgungs AG (Avag). Per Ende 2013 waren bei der a.en 110 qualifizierte Mitarbeitende tätig, womit die a.en nicht bloss eine bedeutende regionale Auftraggeberin, sondern auch eine wichtige Arbeitgeberin ist.

Ja zu erneuerbarem Strom

Die Netznutzung, das heisst der Gesamtbedarf aller Oltner Stromkundinnen und -kunden an elektrischer Energie, blieb mit 136 Mio. kWh gegenüber dem Vorjahr praktisch unverändert. Wie budgetiert sank dagegen der Energieverkauf um rund 18,5 Prozent auf 110,4 Mio. kWh, was vor allem auf den Weggang der beiden grössten Oltner Strombezüger, der SBB und der Swisscom, zu Drittlieferanten zurückzuführen ist.

Die letztjährige Einführung der neuen Stromprodukte wurde von den Oltnerinnen und Oltnern gut akzeptiert. 83 Prozent waren mit dem vorgeschlagenen erneuerbaren StandardStrom einverstanden, das heisst nur 17 Prozent wünschten das «Downgrade» zum etwas günstigeren GrauStrom. Und erfreulicherweise 140 neue Kundinnen und Kunden haben sich für den AareStrom plus ent-schieden. Mit dem leichten Aufpreis der neuen erneuerbaren Stromprodukte wird vor allem der darin enthaltene Anteil Solarstrom finanziert.

So beschafften die sbo bei regionalen Produzenten rund 1,7 Mio. kWh Solarstrom (Strom für rund 500 Haushalte) und konnten somit den Zubau von Photovoltaikanlagen massgebend fördern.

Zudem haben die sbo mit der Sportpark Olten AG einen Pachtvertrag abgeschlossen, um das Dach der sanierte Eisbahn für eine Photovoltaikanlage zu nutzen. Es ist vorgesehen, auf 3400 m2 Dachfläche eine Anlage mit 537 kWp Leistung zu installieren, welche jährlich etwa 435 000 kWh Solarstrom produzieren wird. Realisation und Inbetriebnahme sind in diesem Sommer bis Herbst vorgesehen.

Rekord-Erdgasabsatz

Die Absatzsteigerung um 9 Prozent auf den neuen Rekordwert von 606 Mio. kWh wurde einerseits begünstigt durch einen lang andauernden Winter und andererseits durch die nach wie vor grosse Nachfrage von Erdgas als Wärme- und Prozessenergie.

Ebenfalls erneut leicht gestiegen ist der Erdgasabsatz an den Tankstellen in Lostorf, Oensingen und Wangen, und zwar auf 386 000 kg, was rund 5,5 Mio. kWh entspricht. Der Biogasabsatz bei Wärmekunden konnte auf knapp 400 000 kWh verdoppelt werden.

Ab der Heizzentrale Bornfeld wurde rund 1 Mio. kWh Wärme, erzeugt mit Holzpellets und Erdgas/Biogas, geliefert. Das Leitungsnetz des Wärmeverbundes Bornfeld wurde entlang Bogenrain/Erlimatt in Richtung Chlyholz erweitert, um im laufenden Jahr erstmals auch in diesem Neubaugebiet Wärme liefern zu können.

Erfreuliche Wasserversorgung

Der Wasserversorgung kommt innerhalb der sbo eine zentrale Bedeutung zu. Aus der aktuell vorgenommene Bewertung der Wasserversorgung, welcher seit der käuflichen Übernahme im 2007 auch die Versorgung von Trimbach und die Belieferung des Zweckverbandes Wasserversorgung Unterer Hauenstein angehören, geht hervor, dass in den letzten Jahren weder Substanz vernichtet, noch übermässig investiert worden ist.

Es wurde generell eine gesunde Investitionsentwicklung attestiert. Die Übernahme der Wasserversorgung Trimbach konnte somit gut verkraftet werden, und die Ertragsbewertung zeigt eine stabile finanzielle Situation der Wasserversorgung.

Die Steuerung und Überwachung sämtlicher Bauwerke der Wasserversorgungen von Olten, Trimbach und des Zweckverbandes Wasserversorgung Unterer Hauenstein wurden auf die neue Regionale Netzleitstelle (RNL) der a.en übertragen. Die Netzleitstelle war vor einem Jahr erfolgreich für die Sparte Strom – und insbesondere für die Kooperationspartnerin Avag – in Betrieb genommen worden.

Nach der Wasserversorgung wird dieses Jahr auch die Sparte Gas auf die RNL überführt. Durch das Betreiben einer eigenen Netzleitstelle konnte auch die Erreichbarkeit des Pikettdienstes vereinheitlicht werden: Dieser ist ausserhalb der Bürozeit für sämtliche Sparten neu über die Einheitsnummer 062 205 56 05 erreichbar. (mgt)

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