Olten
Städtische Betriebe Olten: Nachfrage nach Solarstrom stagniert

Die städtische Betriebe von Olten erreichen 2012 ihre gesteckten Ziele. Auffallend: Die Nachfrage nach Solarstrom stagnierte, diejenige nach Aarestrom nahm jedoch um mehr als acht Prozent zu.

Beat Erne
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Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach (Archiv)

Eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach (Archiv)

Andreas Toggweiler

Die Städtischen Betriebe Olten (sbo) präsentieren mit einem Cash-flow von 14,1 Mio. Franken und einem Unternehmenserfolg von 2 Mio. Franken ein auf praktisch Vorjahresniveau liegendes Geschäftsergebnis. Der aus dem operativen Kerngeschäft erwirtschaftete Cashflow von 12,1 Mio. Franken bedeutet gar einen neuen Rekordwert.

Die getätigten Bruttoinvestitionen von 11,9 Mio. Franken vermochten wiederum vollumfänglich eigenfinanziert werden. Ein Blick zurück lässt hierbei Bemerkenswertes feststellen: Vor zwanzig Jahren standen die sbo bei ihrer Mutter, der Stadt Olten, noch mit über 50 Mio. Franken in der Schuld; heute haben die sbo gegenüber der Stadt ein Guthaben von 3,2 Mio. Franken.

Der Stromverkauf an Endkunden sank gegenüber dem Vorjahr um 0,9 Mio. kWh auf 135,3 Mio. kWh. Einige Stromkunden, insbesondere nationale Ladenketten haben im vergangenen Jahr den Schritt in den freien Markt vollzogen und beziehen ihren Strombedarf nicht mehr bei den sbo. Ist dies in der vorliegenden Jahresrechnung der sbo noch kaum spürbar, wird sich dies im laufenden Jahr mit dem Weggang einiger Grossverbraucher, darunter beispielsweise die SBB, spürbar auf die Rechnung auswirken.

Die Nachfrage nach Solarstrom stagnierte, wogegen diejenige nach Aarestrom um etwas mehr als acht Prozent zugenommen hat. Beide Ökostromprodukte und -qualitäten gibt es ab dem kommenden Jahr nicht mehr. Denn die sbo liefern seit Anfang 2013 die neuen Stromprodukte StandardStrom, AareStrom und GrauStrom. Den erneuerbaren StandardStrom, bestehend aus Wasser- und Sonnenkraft, erhalten alle Kundinnen und Kunden bis zu einem Jahresverbrauch von 100 000 kWh automatisch. Die entsprechende Kundeninformation wurde im letzten Herbst lanciert und grundsätzlich positiv aufgenommen.

Dank einer erneut erfreulichen Anzahl Neuanschlüssen sowie etwas mehr Heizgradtagen als im Vorjahr konnte der Gasabsatz um neun Prozent auf 550 Mio. kWh gesteigert werden.

Im Zuge des neu realisierten BOGG-Depots in Lostorf konnten die sbo mit der dortigen Busbetankungsanlage und der in die Garage Gubler integrierte öffentliche Zapfsäule ihre Erdgastankstellen Nr. 4 und 5 in Betrieb nehmen. Eine Vielzahl weiterer privater wie industrieller Abnehmer zeigte reges Interesse am Erdgas; bereits wurden in Lostorf über dreissig Liegenschaften ans neu erstellte Gasnetz angeschlossen.

Die Erweiterung des regionalen Erdgasnetzes in Richtung Gunzgen –Boningen–Fulenbach–Wolfwil wurde im Frühjahr 2012 gestartet. Bereits wurden 2,5 km Leitungen verlegt. Ziel ist es, im Herbst 2013 in Wolfwil «anzukommen».

Um den räumlichen Zusatzbedarf decken zu können, bekannterweise ist die Realisierung des geplanten a.en-Betriebsgebäudes blockiert, konnte am bestehenden Standort im Hammer 2 Bürofläche hinzu gemietet werde. Entstanden ist dieser Raumbedarf hauptsächlich als Folge des Aufbaus der neuen Regionalen Netzleitstelle (RNL). Die RNL wurde im Oktober 2012 erfolgreich in Betrieb genommen. Nebst den regionalen Stromversorgungsnetzen werden seitdem auch die überregionalen Transportnetze im Raum Nordwestschweiz der sbo-Kooperationspartnerin, der Alpiq Versorgungs AG, über die RNL betrieben. In einem weiteren Schritt werden auch die Sparten Gas und Wasser von ihren bisherigen Leitsystemen auf die RNL überführt werden.

Mit Vorlegen dieses Rechnungsabschlusses tritt der langjährige Verwaltungsratspräsident der sbo, Jost Bitterli, auf das Ende der Amtsperiode zurück. Während zwanzig Jahren – zuerst als für das Ressort Städtische Werke zuständiger Stadtrat, später als VR-Präsident – leitete er die Geschicke der sbo.

Jost Bitterli, scheidender VR-Präsident (links), und Norbert Caspar, Geschäftsleiter

Jost Bitterli, scheidender VR-Präsident (links), und Norbert Caspar, Geschäftsleiter

zvg

So war er unter anderem die treibende Kraft für die rechtliche Verselbstständigung der sbo im Jahr 2000, den Aufbau des Kooperationsunternehmens Aare Energie AG sowie zuletzt der strategischen Neuausrichtung der sbo. Seine Nachfolge wird diesen Sommer durch den neu gewählten Stadtrat bestimmt werden. (mgt)

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