«Für uns ist es eine Katastrophe», sagte Leiterin Sibylle Scherer nach dem Volks-Nein zum Budget 2019 Ende März. Die Stadtbibliothek durfte in den vergangenen sechs Monaten mit wenigen Ausnahmen keine neuen Medien anschaffen, weil die Stadt Olten kein rechtskräftiges Budget 2019 hatte. Seit einer Woche ist die budgetlose Zeit vorbei. Vergangenen Montag gingen daher bis zu 600 Bestellungen für neue Bücher raus.

«Für uns ist es nun ein grosser Stress, alle neuen Titel für die Ausleihe vorzubereiten», sagt Scherer. Das Team müsse Prioritäten setzen, damit man mit der Arbeit nachkomme. So werden etwa im System von den Benutzern reservierte Bücher oder gewisse Sparten wie Reisebücher, die nun gebraucht würden, bevorzugt behandelt. Die Stadtbibliothek hat nämlich in den vergangenen Monaten jene Bücher, die sie sowieso angeschafft hätte, schon im Ausleihsystem eingetragen. Die Benutzer konnten die Medien so reservieren. «Wir wollten keine Lücke haben», sagt Scherer. So sei etwa das Frühlingsprogramm bereits im Ausleihsystem vorhanden und werde nun vorzu nachbestellt. Bis wann das Team alle Titel wegen der Verzögerung aufgearbeitet hätte, kann Scherer nicht sagen. Der Kredit für Neuanschaffungen von 94'000 Franken pro Jahr möchte die Leiterin trotzdem ausschöpfen.

Bei der Jugendbibliothek präsentiert sich dasselbe Bild. Auch hier muss Leiter Roland Hochstrasser das halbe Jahr Verzögerung aufholen. Alle verpassten Bücher wird er allerdings nicht nachbestellen. Vor allem einzelne Bände aus Buchreihen werde er nun zuerst anschaffen. Im Herbst will er dafür ein paar Titel mehr anschaffen, um den Kredit ausschöpfen zu können. Für die Jugendbibliothek ist die Situation insofern ungeschickt, dass sie in den nächsten drei Wochen geschlossen ist und auch intern niemand arbeitet.