50 Unterstützer haben dem Projekt bereits mehr als 5'500 Franken zukommen lassen. Das macht ein gutes Drittel des Finanzierungsziels von 15'000 Franken aus. Zuversicht also bei Yves Stuber, dem Kolt- und Ideen-Vater? «Ja, sehr», meint er. «Die bemerkenswerten 30 Prozent, ca. 5'000 Franken, innert einer Woche haben wir lediglich via Kampagne im Mai-Kolt und auf Facebook erreicht. Netzwerke (Familie, Freunde, Bekannte, Unternehmer, etc.) wurden teilweise erst heute angeschrieben. Das klappt.»

Kreative gestalterische Ideen

Stuber machte mit Enzo vor Jahren erste Erfahrung an der ETH Hönggerberg. «Später dann habe ich sie im Wiener Museumsquartier wiederentdeckt, wofür die Möbel ja entwickelt wurden. Aber die Idee für Olten ist durch die Beobachtung aufgepoppt, dass in Olten kaum Grünflächen, Verweilmöglichkeiten und öffentliche Aufenthaltszonen mit Sitzmöglichkeit ohne Konsumzwang existieren.

Die Kirchgasse wird in erster Linie durch Events und ein paar wenigen Kaffees belebt, nicht durch eine natürliche Attraktivität ihrer selbst. Da sind diese Erfahrungen mit den Enzo Möbel wieder aufgetaucht», zeichnet Stuber die Entstehung der Idee nach.

Gedacht – angegangen, denn: Bürgerinnen und Bürger können ihre Stadt mit kreativen Ideen, kleinen Eingriffen und durch die Nutzung des öffentlichen Raums gestalten. «Die Bewohner selbst können mit der Unterstützung der Behörden die Stadt lebenswerter gestalten», so Stuber.

Mithilfe von Crowdfunding-Plattformen kann die Finanzierung gar durch die Bevölkerung erreicht werden und so muss die Stadtkasse – insbesondere in finanziell schwierigen Zeiten – nicht zusätzlich belastet werden. Was das Kolt in seiner März-Ausgabe also als Idee zeigte, wird womöglich schon bald wahr – mithilfe und Unterstützung von Privaten: Die Enzo-Möbel sollen noch diesen Sommer in Olten stehen.

Mittels der Online-Plattform «we make it» finanziert, könnten der Stadt Olten Ende Juli 2016 sechs Stück des Typs «Viena» als Geschenk überreicht werden.

Typ «Viena»

Die sechs Möbel kosten über alles gerechnet 15'000 Franken. «Unter dem Strich kostet eine Liege 2500 Franken. «ENZO für Olten» ist eine Idee des Oltner Kultur- und Stadtmagazins Kolt. Falls mehr als der benötigte Geldbetrag zusammen kommen sollte, so geht der Überschuss als Entschädigung für den (bisher unbezahlten) Projekt-Aufwand an Kolt.

Im Gespräch von Kolt mit dem Stadtpräsidium, der Stadtentwicklung und dem Baudirektor über mögliche Standorte für die Möbel ergaben sich einige Argumente gegen die Kirchgasse: Zuviel Rumschieberei (durch den Werkhof, was wiederum Aufwand bedeutet) aufgrund diverser Events im Sommer und den wöchentlichen und monatlichen Märkten.

Nach Abklärungen mit den Verantwortlichen der Schützi und der Fachhochschule hat man sich geeinigt, dass die Plätze in einer Testphase vor dem Kulturzentrum Schützi und der Fachhochschule FHNW im Bifang für die Liegen am besten geeignet seien.

So kann die Stadt Erfahrungen sammeln, die Möbel möglicherweise später – und nach Bedarf – an einen neuen Standort verschieben oder gar weitere einkaufen, um sie beispielsweise ins Projekt rund um die neue (alte) Aarauerstrasse zu integrieren. Vielleicht werden gar private Investoren hellhörig und nehmen die Liegen in Neubauprojekte – wie beispielsweise «Sälipark 2020» oder auf Olten SüdWest – auf.

Jetzt wird noch die Unterstützung von Privaten benötigt, damit gemeinsam die Summe von 15'000 Franken gesammelt werden kann, um diese Möbel auch zu kaufen. (zvg/otr)