Olten
Stadt- und Kantonspolizei ziehen positive Bilanz über Korps-Fusion

Nach der Übernahme der polizeilichen Aufgaben in Olten ziehen die Kantonspolizei Solothurn und die städtischen Behörden eine positive Bilanz. Aufgrund der Erfahrungen kommt es ab Juni zu kleineren Anpassungen.

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Die Patrouille der Kantonspolizei markiert im Quartier Präsenz.
Die Quartierpolizei ist auch mit modernen Segways unterwegs.

Bruno Kissling

Seit 1. Januar 2016 ist die Kantonspolizei für alle polizeilichen Aufgaben in der Stadt Olten, mit Ausnahme der gewerbe- und verwaltungspolizeilichen Aufgaben (z.B. Verkehrsmassnahmen, Bewilligungswesen), zuständig.

Anfang Mai hat der Lenkungsausschuss des Projekts «Integration der Stadtpolizei Olten in die Kantonspolizei Solothurn» die Erfahrungen aus über einem Jahr seit der Integration der Stadtpolizei Olten diskutiert und beurteilt. Damit ist das im Januar 2015 lancierte Projekt abgeschlossen.

Im Rahmen einer internen Evaluation hat die Kantonspolizei gegen Ende 2016 verschiedene Kennzahlen erhoben, die im Rahmen des Projekts erarbeiteten Betriebskonzepte mit den Erfahrungen abgeglichen und die Auswirkungen der Integration beleuchtet. Dabei wurden die betroffenen Mitarbeitenden befragt, die Erfahrungen der Behörden abgeholt und Rückmeldungen aus der Bevölkerung einbezogen. Aufgrund der gewonnenen Erkenntnisse wird es im zweiten Betriebsjahr zu kleinen Anpassungen kommen.

Gelungene Integration

Erst kürzlich wurden von Veranstalterseite Vorwürfe an die Adresse der Kantonspolizei geäussert, dass diese ihre Aufgaben in der Region Olten nicht im bisher bekannten Rahmen wahrnehmen könne. Nun aber ziehen die Stadt Olten und die Kantonspolizei ein insgesamt positives Fazit über die Integration des städtischen in das kantonale Korps.

Die Zielsetzungen und Erwartungen des Projektes sind erfüllt worden und die neuen Strukturen funktionieren gut. Bedenken über den Verlust des Sicherheitheitsgefühls hätten sich als unbegründet erwiesen; objektiv sei gar ein Rückgang der Straftaten zu verzeichnen. «Die Kantonspolizei ist nun für alle klassischen Polizeiaufgaben in einer Stadt verantwortlich», bilanziert Kommandant Thomas Zuber. «Es freut mich, dass die Integration gelungen ist und die Mitarbeitenden der ganzen Region eine hervorragende Arbeit geleistet haben.»

Ziel sei immer gewesen, Bürgernähe und Sicherheit im öffentlichen Raum mindestens zu halten, eher zu erhöhen. Die Bevölkerung muss nicht mehr überlegen, für welches Problem welche Polizei zuständig ist. «Dank der guten Zusammenarbeit und dem Engagement aller konnten wir das Projekt mit eigenen Mitteln und ohne externe Begleitung pünktlich und erfolgreich umsetzen.» (pks/ot)

Die wesentlichen Erkenntnisse im Einzelnen:

Zwei Polizeiposten in Olten

Die Entscheidung, neben dem Polizeiposten im USEGO-Areal, den zweiten Polizeiposten im Stadthaus aufrechtzuerhalten, erwies sich als richtig und wichtig. Der Stadtposten wird stärker aufgesucht; dort wendeten sich knapp 6200 Bürgerinnen und Bürger direkt an die Polizei.

Sicherheitslage in Olten

Im kantonalen Vergleich weisen die Städte Olten und Solothurn konstant eine höhere Belastung aus, als die übrigen Gemeinden. Gemäss der neuen Kriminalstatistik hat sich die Sicherheitslage in Olten 2016 weiter positiv entwickelt.

Quartierpolizei

Mit der Quartierpolizei setzte die Kantonspolizei auf einen Mix aus aufsuchender Polizeiarbeit zu Fuss und mit Stehrollern (Segways) sowie den mobilen Quartier-Polizeiposten. Während die Patrouillentätigkeit zu Fuss und mit Segways sehr positiv wahrgenommen wurde, suchte die Bevölkerung den mobilen Quartier-Polizeiposten nur selten auf.

Brennpunkte

Die Brennpukte in der Stadt sowie der Region wurden konsequent bearbeitet. Hierbei hat sich die Zusammenarbeit mit anderen Diensten der Kantonspolizei gut eingespielt. Allein beim Brennpunkt «Ländiweg» fanden 2016 insgesamt 108 Spezialkontrollen statt. Seit Anfang Jahr erfolgten wiederum 51 Kontrollen, teils verbunden mit dem Aussprechen von Fernhaltemassnahmen.

Die Integration aus Sicht der Mitarbeitenden

Die ehemaligen Stapo-Mitarbeitenden beurteilen ihre heutige Situation besser. Der Wissenstransfer hat gut geklappt und das Zusammenführen zweier Kulturen verlief erfolgreich. Die Mitarbeitenden der Kantonspolizei sehen generell auch eine Verbesserung, beurteilen die Arbeitsbelastung aufgrund einer höheren Anzahl Schichten jedoch insgesamt kritischer.

Die Integration aus Sicht der Behörden

Aus den Befragungen mit dem Stadtpräsidenten, Behörden und Politikern geht eine grundsätzlich positive Einstellung gegenüber dem neuen Sicherheitsmodell in Olten hervor. Die Effizienz der Kantonspolizei wird als gut bezeichnet, die Zusammenarbeit als vertrauensvoll. Die gemeinsam festgelegte Aufgabenteilung hat sich bewährt. Grössere Veranstaltungen wie Fasnacht, die Chilbi sowie die Saison des EHC Olten wurden problemlos bewältigt.