Mit 500'000 Franken wollte sich der Stadtrat ursprünglich an der 6,5-Millionen teuren Renovation der Stadtkirche beteiligen. Das passte dem Gemeindeparlament allerdings nicht und wies das Geschäft an den Absender zurück. Die Sache sei mit den Christkatholiken neu zu verhandeln, die angekündigte Vereinbarung für die Sockelnutzung sei noch gar nicht unterschrieben und vielleicht brauche es den Betrag der Stadt Olten gar nicht mehr, wurde während der Debatte im November 2016 moniert.

Der Stadtrat hat mit den Christkatholiken in den vergangenen Monaten verhandelt und bringt das Geschäft nun diesen November erneut ins Parlament. Die Vorlage sieht nun im zweiten Anlauf doch deutlich anders aus. Erstens will der Stadtrat nur noch 450'000 Franken sprechen. 50'000 Franken zieht die Stadt vorgängig ab für «den ordentlichen Unterhalt des Sockels während der 30-jährigen Vertragsdauer», wie es in der Mitteilung vom Dienstag heisst.

Zweitens soll der Beitrag der Stadt zweckgebunden fliessen und die beiden Aspekte Förderung des Stadtbilds und Fremdnutzungen unterstützen. 230'000 Franken will die Stadt in die Dach- und Fassadenarbeiten wie Verputz oder Oberflächenbehandlungen investieren, 270'000 Franken in die Förderung der Fremdnutzungen wie die Verbesserung der Kirchenbänke oder neue Einbauten wie Teeküche und Sanitäranlagen.

Stadt bestimmt bei Fremdnutzung mit

Der dritte und vielleicht wichtigste Punkt: Die Vereinbarung zwischen der Stadt und der Kirchgemeinde, die letztes Jahr für Diskussionen gesorgt hat und nun neu für 30 Jahre gilt, ist bereits von letzter abgesegnet und unterschrieben. Vergangenes Jahr hatten die Christkatholiken dem Vertragsentwurf zur Zeit der Parlamentsdebatte noch nicht zugestimmt gehabt. Die Stadt ist dabei der Kirchgemeinde entgegengekommen: Sie beharrt nicht mehr auf dem alleinigen Nutzungsrecht des Sockels vor der Stadtkirche.

Neu soll ein Gremium von Stadt und Kirchgemeinde partnerschaftlich Bewilligungen an Dritte für die Sockelnutzung, aber auch für diejenige der Kirche ausstellen. Nutzt die Stadt Kirche oder Sockel für eigene Zwecke, werden mit der neuen Vereinbarung auch keine Gebühren mehr an die Kirchgemeinde fällig. «Die Stadt hat damit ein Mitbestimmungsrecht bei der Vergabe an Dritte», sagt Stadtschreiber Markus Dietler. Auch Kurt Stutz, Präsident der christkatholischen Kirchgemeinde Region Olten, hält die gemeinsame Nutzung der Kirche für «sehr sinnvoll», wie er auf Anfrage sagt. Den Beitrag von 450'000 Franken an die Renovationskosten bezeichnet er als «sehr fair».

Definitiv über die Subvention entscheidet das Parlament an der Sitzung vom 23. November. Weil eine erste Tranche von 350'000 Franken schon in diesem Jahr bezahlt werden soll, werden die Parlamentarier über einen Nachtragskredit befinden. Der restliche Betrag von 100'000 soll erst überwiesen werden, wenn die Bauabrechnung vorliegt.