Eigentlich wollte der Stadtrat der christkatholischen Kirchgemeinde 450'000 Franken an die laufende Renovation der Stadtkirche zahlen. Am Donnerstagabend aber hat das Parlament die Absichten der Exekutive durchkreuzt und auf Antrag der SP/Jungen SP einen von der vorliegenden Nutzungsvereinbarung unabhängigen Beitrag von 230'000 Franken gesprochen.

So bleibt die Frage offen: Was geschieht mit der zur Unterzeichnung bereitliegenden Vereinbarung, die von den Christkatholiken bereits unterzeichnet worden ist?

Klare Sache für Wey

Für Stadtpräsident Martin Wey ist klar: Die ausgearbeitete Vereinbarung ist Makulatur. «Sie fusst auf dem Beitrag von 450'000 Franken und ist demnach nicht mehr zu halten», so der Stadtpräsident. Dennoch: Die Stadtregierung jedenfalls möchte nicht wieder bei null anfangen. Wey sieht nämlich Möglichkeiten, wie sich Olten gewisse Rechte, basierend auf der Vereinbarung von 1996 und in Auszügen aus der mittlerweile zur Makulatur gewordenen Vereinbarung 2017 sichern könnte. «Ich kann mir vorstellen, dass die Christkatholiken durchaus auch an einem guten Einvernehmen interessiert sind; da wird Spielraum vorhanden sein», so Wey, der sich in den kommenden Wochen mit den Verantwortlichen zusammensetzen will.

Ähnliches ist von Kurt Stutz, dem Präsidenten der christkatholischen Kirchgemeinde Olten, zu hören. «Es ist klar», sagt er, «die Vereinbarung 17 ist vom Tisch.» Trotzdem sieht auch Stutz Möglichkeiten, aus einer Mischung von Elementen der Vereinbarungen 96 und 17 Gegenleistungen herauszufiltern, die in einer neuen Abmachung definiert sind. «Ich bin sehr an einem guten Einvernehmen mit der Stadt und an einer neuen Vereinbarung interessiert», erklärt Stutz. Man werde sicher über einen neuen Kostentarif reden müssen, so der Präsident weiter; wohl einen für die Stadt und einen für auswärtige Nutzer.

Beide Vorsitzenden, Stutz und Wey, gehen zuversichtlich in die Verhandlungsrunde, die nun nicht mehr an vorderster Front, sondern eher in der zweiten Reihe stattfinden werden.