Olten
Stadt Olten muss aufs Neujahrsapéro verzichten – jetzt springen andere in die Bresche

Der Oltner Stadtrat hat fürs erste Quartal 2019 Ausgaben gestrichen und Projekte verzögert. Auch auf das Neujahrsapéro wird verzichtet. Nach dem Ausstieg der Stadt gibts nun am 2. Januar aber mindestens zwei offene Neujahrsapéros.

Urs Huber
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Remo Fröhlicher

Nein, Oltnerinnen und Oltner wollen sich den Neujahrsapéro nicht nehmen lassen. Nachdem das offizielle Olten Mitte Dezember verlauten liess, aufgrund des Budgetreferendums auf die Austragung des traditionellen Apéros verzichten zu müssen , haben sich unter anderem Private via soziale Medien organisiert und zu einen Ad-hoc-Neujahrsapéro aufgerufen, bei dem jede und jeder den Apéro selber mitbringt. In Anlehnung an die traditionelle städtische Praxis will man sich am 2. Januar ab 11 Uhr auf dem Kaplaneiplatz treffen.

Wie Stefan Näf, einer der Initianten, gegenüber dieser Zeitung erwähnt, sei er nicht Organisator, sondern er habe nur den Event auf Facebook erstellt, da die Idee nach einem solchen Anlass bei vielen Leuten in seinem Umfeld aufgekommen sei. «Es passierte aus organisatorischen Gründen, damit sich die Leute finden», so Näf weiter. 11 Parteien haben bisher ihre Teilnahme zugesagt, knapp 50 zumindest ihr Interesse daran bekundet.

Unkompliziertes Treffen

Von Neujahrsapéro der Christkatholiken habe er allerdings nichts gewusst, sagt Näf. «Ich denke nicht, dass sich da jemand mit den Christkatholiken absprechen müsste, das ist ja an einem anderen Ort. Es organisiert ja gar niemand den Apéro, sondern es sind einfach viele Oltner, die sich unkompliziert untereinander treffen.»

Eigentlich aber wäre bekanntlich doch alles anders konzipiert gewesen. Wäre das Referendum nicht im Raum gestanden, so hätten Stadt und Christkatholiken den Neujahrsapéro nämlich gemeinsam durchgeführt. Die Christkatholiken hätten die Räumlichkeiten vor und in der Stadtkirche zur Verfügung gestellt, die Stadt Getränke und Häppchen übernommen. «Nach dem städtischen Entscheid fanden wir, der Anlass müsse trotzdem durchgeführt werden», sagt Kurt Stutz, Präsident der Christkatholiken, auf Anfrage. Vor oder in der Stadtkirche, je nach Wetter halt. Zudem, so Stutz, habe er die Vorbereitungen des Organisten Christoph Mauerhofer nicht torpedieren wollen. «Sein Auftritt an der Orgel war ursprünglich Teil des Programms.»

Und so haben die Christkatholiken der Region Olten die Sache eben selbst an die Hand genommen: Den Apéro am 2. Januar von 11 bis 13 Uhr spendet Roger Lang vom Restaurant Rathskeller und Kreuz, und auch die Neujahrsbotschaft um 11.45 Uhr kennt einen speziellen Absender: Pedro Lenz nämlich. «Er ist uns auf der Gasse begegnet. Dort haben wir ihn auch gefragt und schnell eine Zusage bekommen», sagt Stutz. Was Pedro Lenz dabei sagen wird? «Die Ansprache ist noch nicht geschrieben», so der lachende Autor gestern auf Anfrage. Aber eines sei sicher: Die Rede werde nicht polemisch sein, sondern ermutigenden Charakter haben. «Zuversicht, zämehaa, gemeinschaftlich vorangehen; unter diesen Vorzeichen werde ich etwas sagen», so Lenz, der nicht lange überlegen musste, um die Offerte anzunehmen.

Bluegrass-Groove im Grogg

Situationsbedingt lädt auch das Café Grogg um 12.30 Uhr zum ersten Live-Konzert im neuen Jahr. Konkret dürfen sich die Gäste auf die Bluegrass-Band «Happy Castle Express» freuen. Für das Grogg-Team der Moment, die Möglichkeit für ein Perkussionskonzert im neuen Lokal zu testen beziehungsweise umgesetzt zu sehen, wie Geschäftsführer Klaus Kaiser erklärt. Der Eintritt ist frei.