Olten
Stadt Olten kündigt vorsorglich drei Logopädinnen

Die Zukunft dreier Logopädinnen für das Schuljahr 2014/2015 ist fraglich. Zu den Kündigungen haben das fehlende Budget 2014 und die Sparbemühungen der Stadt geführt.

Urs Huber
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Der Rotstift in Sachen Logopädie bleibt vorerst noch unbenutzt; virtuell hat er bereits gewirkt.

Der Rotstift in Sachen Logopädie bleibt vorerst noch unbenutzt; virtuell hat er bereits gewirkt.

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Noch ist alles ruhig an der Logopädiefront Oltens. Was so viel heisst wie: Bis Ende Schuljahr 2013/2014 entfällt keine der insgesamt 65 Wochenlektionen an den Stadtschulen.

Wie es zu Beginn des neuen Schuljahres allerdings aussieht, ist noch ziemlich ungewiss. Eine Logopädin hat gekündigt, eine Zweite ist befristet angestellt; deren Engagement wird nicht verlängert. Die drei ungefristet angestellten Logopädinnen bewältigen derzeit ein Pensum von total 53 Lektionen pro Woche.

Aktuell prägen bekanntlich das fehlende Budget 2014 und die Sparbemühungen das monetäre Klima in der Stadt. Beides hat dazu geführt, dass Olten seinen unbefristet angestellten Logopädinnen vorsorglich auf Ende Schuljahr 13/14 gekündigt hat. Wobei Stadtpräsident Martin Wey als zuständiger Direktionschef Bildung sagt: «Eine Kündigung ist immer definitiv, aber wir wären natürlich froh, gegebenenfalls auf die bewährten Logopädinnen zurückgreifen zu können.»

Es fehlt vor allem am Minimum

Was aber hat denn zu den Kündigungen geführt? Eine vertrackte Situation. Ab kommendem Schuljahr fällt die Logopädie in die Verantwortlichkeit der lokalen Schulträger. In Olten also in die Verantwortung der Stadt. «Der Stadtrat hat gestützt auf die rechtlichen Grundlagen des verlängerten Schulversuchs «Spezielle Förderung 2014 bis 2018» die Anzahl der Lektionen für die Logopädie auf maximal 6 pro hundert Schülerinnen und Schüler (SuS) festgelegt», sagt Wey.

Das bedeutet im Sinne des Stadtrates: Es gibt kein definiertes Minimum an Lektionen. Und das wiederum bedeutet konkret, dass die Logopädie im budgetlosen Zustand – zunächst mal virtuell – dahinfällt. «Denn ohne gültigen Voranschlag könnte die Stadt Ende Januar lediglich das gesetzlich verankerte Pensenminimum genehmigen; und so eines – wie gesagt – gibt es nicht», räumt Wey ein.

Folglich könne die Stadt keine Zusicherung abgeben, dass für die unbefristet angestellten Logopädinnen im Schuljahr 2014/2015 ein Pensum gemäss Arbeitsvertrag abgegeben werden könne. «Da der Gesamtarbeitsvertrag Grundlage des Anstellungsverhältnisses des logopädischen Dienstes Olten ist, musste unter diesen Umständen das Arbeitsverhältnis auf sechs Monate hinaus gekündigt werden», fährt Wey fort.

Man habe mit den betroffenen Logopädinnen gesprochen und ihnen versichert, den Schritt der integrierten Logopädie ab Schuljahr 2015/2016 mit ihnen bestreiten zu wollen. «Sobald der Stadtratsbeschluss über das zu vergebende Pensum vorliegt, werden wir uns mit den Logopädinnen in Verbindung setzen», sagt Wey.

Pensenhöhe noch unbestimmt

Wie hoch das Pensum ab kommendem Schuljahr angesetzt wird, steht noch aus. Der Stadtpräsident lässt sich dabei nicht in die Karten blicken. «Es wird natürlich auch abhängig sein vom genehmigten Budget 2014 und von weiteren notwendigen Sparbemühungen, die noch vor der Türe stehen», sagt er.

Von der Vermutung, dass der Logopädieunterricht – bislang unter der Ägide des Kantons angeboten – allerdings ganz dahinfallen könnte, distanziert sich Wey aber dezidiert. «Nein, davon gehe ich definitiv nicht aus.» Und er lässt dann doch durchblicken, dass die Maximallektionszahl pro hundert SuS leicht unter derjenigen der bislang vom Kanton vorgegebenen Maximalgrösse liegen dürfte. Derzeit besuchen gut 1000 SuS die Schulen der Stadt; das ergibt Faktor 10. Rechne.

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