Düsseldorf
Staatsanwaltschaft hat Hinweise auf weitere Opfer von Werner C.

Hat sich Werner C. auch an andere Kinder herangemacht? Davon gehen die deutschen Ermittler aus. Bis Beweise dafür vorliegen, dürfte es aber noch eine Weile dauern.

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Der 12-Jährige aus Gunzgen ist vermutlich nicht das einzige Opfer von Werner C. Der 35-jährige deutsche Hilfskoch trat über das Online-Game Minecraft in Kontakt mit dem Buben, entführte ihn nach Düsseldorf, hielt ihn mehrere Tage in seiner Dachwohnung fest und missbrauchte ihn vermutlich auch.

Jetzt sagt der Düsseldorfer Oberstaatsanwalt Ralf Herrenbrück gegenüber der «SonntagsZeitung»: «Wir gehen davon aus, dass der mutmassliche Täter weitere ähnliche Straftaten begangen hat, dass es also noch andere Opfer gibt.»

Die Auswertung der Computer-Festplatten soll dafür Beweise liefern. Gemäss Herrenbrück handelt es sich um mehrere Terabyte Daten. Eine Menge, die die Kapazitäten der Polizei übersteigt. Weil die Zeit drängt, übernehmen Internet-Ermittler, sogenannte IT-Forensiker, die Analyse.

Diese werten Chat-Protokolle aus und suchen nach kinderpornografischen Inhalten. «Das ist eine mühselige Arbeit», so Herrenbrück. Werner C. verschleierte seine Spuren im Netz: nach einer ersten Kontaktaufnahme mit seinen Opfern über die Chats von Minecraft wich er auf andere Kommunikationskanäle aus, er nutzte Skype und Whatsapp

Werner C. sitzt seit seiner Festnahme in Düsseldorf in Untersuchungshaft. Bislang schweigt er. Gegen ihn wird wegen Entziehung Minderjähriger, Freiheitsberaubung, sexuellen Missbrauchs von Kindern und Besitz kinderpornografischer Schriften ermittelt. Fest steht, dass der Prozess in Deutschland stattfinden wird. «Wir werden das Verfahren aus der Schweiz übernehmen. Wir liefern deutsche Staatsbürger nicht aus», sagt Oberstaatsanwalt Herrenbrück.

(3.7.2016)