Lange Gummischlangen hängen an einem Haken. Daneben wartet ein riesiger beigefarbener Kuschel-Teddybär mit silberner Nase und grauem Herz in den Tatzen auf die Kundschaft. Die Plastikschwerter locken mit ihren glänzenden Klingen, die Spielzeuggitarren hängen unterhalb der pinken Barbies und Krönchen.

Der Stand von Valentin Leuthard an der Chilbi in Olten erfüllt fast alle Kinderträume: Sein Stand steht etwa in der Mitte der Mühlegasse. Umgeben ist er von Schmuck- und Essensständen sowie einer Shisha-Bar. Er habe die grösste Auswahl an Spielwaren an dieser Chilbi, erzählt Leuthard, der nach eigenen Angaben entfernt mit Bundesrätin Doris Leuthard verwandt ist. «Ich muss ein üppiges Sortiment haben, das wollen die Leute», sagt der Schausteller aus dem aargauischen Bremgarten. Damit könne er sich aber auch von der Konkurrenz abheben.

«Gute Leute halt»

Leuthard kommt seit 23 Jahren an die Oltner Chilbi. Es gefällt ihm hier: «In Olten trifft man auf das Arbeitervolk. Es kommen keine Snobs, wie etwa in Zürich.» Die Besucher seien sehr bodenständig. «Gute Leute halt», sagt Leuthard und verkauft gerade ein Polizei-Spielzeugauto an einen jungen Vater, dessen Sohn mit leuchtenden Augen und ausgestreckten Armen danebensteht und das kleine Gefährt gleich in Empfang nimmt.

Der Spielzeugverkäufer ist zufrieden mit dem Umsatz. «Er ist natürlich immer ausbaufähig», sagt Leuthard grinsend. Aber er zähle vor allem auf den Sonntag: «Dieser Tag ist matchentscheidend. Da kommen die meisten Familien und Kinder, die dann auch gerne mal was bei mir kaufen.» Was sie kaufen wollen, das sei schwierig vorherzusehen. Früher habe es eindeutige Kassenschlager gegeben, die man ein ganzes Jahr habe verkaufen können. «Heute gibt es diese schon auch noch, aber sie sind bei den Kids nur noch etwa ein bis zwei Monate im Trend», sagt Leuthard. Wie etwa die «Fidget Spinner»: Diese Handkreisel waren einige Wochen das Must-have aller Kinder und Jugendlichen. Jetzt hat Leuthard sie zwar noch immer im Angebot, der Trend ist aber bereits wieder abgeflacht. Die grossen, glänzenden und farbenfrohen mit Helium gefüllten Ballone hingegen, die laufen laut dem Spielwarenverkäufer immer.

Konkurrenz nimmt zu

Obwohl Leuthards Stand den kleinen Chilbi-Besuchern ein Leuchten in die Augen zaubert, wird es für den Schausteller von Jahr zu Jahr schwieriger, ein gutes Geschäft zu machen. «Der Umsatz ist über die Jahre hinweg rückläufig», sagt Leuthard. Es gebe immer mehr Angebote an der Chilbi, die ihn konkurrenzierten. So würden mittlerweile auch die Schiess- und Büchsen-werf-Stände Spielzeug anstatt Plüschtiere herausgeben. Auch verkomme die Chilbi langsam zu einem «Beizli-Fest»: «Die Leute kommen nicht mehr zum Kaufen, sondern zum Essen und Trinken.» Trotzdem: Leuthard geniesst sein Schaustellerleben. Ihm gefalle das Herumreisen und die stets wechselnde Kundschaft noch immer.