Olten
Spielfeld für provisorische Ideen: Was soll aus Olten SüdWest werden?

Bis das Entwicklungsgebiet Olten SüdWest vollständig überbaut ist, wird es noch Jahre dauern. Das eröffnet Raum für mögliche Zwischennutzungen auf dem Areal. Die Stadt hat dazu ein paar Ideen.

Fabian Muster
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Zwischennutzung Olten SüdWest
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 Bis das Areal überbaut ist, wird es noch einige Jahre dauern.
 Deshalb will die Stadt das Brachland zwischennutzen.
 Eine Möglichkeit sind sogenannte Wanderhäuser, die eine günstige Form von Wohnraum darstellen.

Zwischennutzung Olten SüdWest

Bruno Kissling

Das neue Quartier Olten SüdWest soll bevölkerungsmässig dereinst einen Fünftel der Stadt Olten ausmachen. Bis zu 5000 Einwohner und 1000 Arbeitsplätze soll das heutige Entwicklungsgebiet aufweisen, wenn es fertig überbaut ist. Bis es soweit ist, werden allerdings noch Jahre vergehen. Ein Vollausbau des 240 Hektaren grossen Areals ist zwischen 2030 und 2040 vorgesehen. In den Jahren zuvor gibt es viel Zeit und Raum für mögliche Zwischennutzungen. Eine davon ist derzeit aktuell: Das Freilufttheater Karl’s kühne Gassenschau baut seine Produktion «Sektor 1», die ab Mai 2018 in Olten gezeigt wird, im südlichen Teil des Areals auf (siehe Karte unten). Doch die Stadt Olten hat noch weitere Ideen, wie das Areal des ehemaligen Kies- und Zementwerks genutzt werden kann. Im Arbeitsbericht zum kürzlich vorgestellten Masterplan gehen die Planer und Architekten ganz zum Schluss auf mögliche Zwischennutzungen ein. Es ist die Rede von Wanderhäusern, Erlebnistagen mit Robi Olten oder einem Sport- und Freizeitweg. Zudem zieht die Stadt auch eine Nutzung der Infrastruktur des Freilichttheaters Karl’s kühne Gassenschau in Betracht. Die WC-Anlagen etwa könnten auch tagsüber gebraucht werden.

 Zwischennutzung Olten SüdWest

Zwischennutzung Olten SüdWest

Zur Verfügung gestellt

Besitzer Bachmann ins Boot holen

«Zwischennutzungen sind wichtig, um das Gebiet in seiner Identität zu prägen und eine positive Ausstrahlung zu entwickeln», sagt Stadtplaner Lorenz Schmid. Auch Städtebauer und Landschaftsarchitekt Daniel Schneider, welcher von der Stadt für die Ausarbeitung des Master- und Gestaltungsplans mandatiert wurde, ist der Meinung, dass damit eine positive Stimmung ins Quartier gebracht werden kann. Zwischennutzungen werden laut Schneider auch im überarbeiteten Gestaltungsplan vorgeschrieben.

Nun geht es aber vorerst darum, den Eigentümer Sigmund Bachmann ins Boot zu holen. Zwar habe er den Arbeitsbericht mit den Zwischennutzungen auf den letzten Seiten zur Kenntnis genommen, sagt Stadtplaner Schmid. Doch so richtig diskutiert mit ihm habe man dieses Thema noch nicht. Das soll Anfang November in einem Workshop geschehen. «Es gibt aber vonseiten des Eigentümers sicher eine gewisse Offenheit dazu», sagt Schmid. Auch andere Player wie Robi Olten, die als Zwischennutzer zum Zug kommen könnten, sind bisher nicht informiert.

Der Quartierverein Olten SüdWest, welcher die Bewohner vertritt, begrüsst mögliche Zwischennutzungen auf dem noch unbebauten Areal. «Das ist sehr willkommen», sagt Vereinspräsident Samuel Weiss. Wichtig ist in seinen Augen jedoch, dass die Zwischennutzungen ins Quartierleben integriert werden. Selbst habe man schon versucht, einen Grillplatz zu initiieren. Die Sache scheiterte bisher daran, weil Littering und Lärm befürchtet wird. Manchmal habe er zudem den Eindruck, dass vergessen geht, dass schon Leute im Quartier wohnen und man auch auf diese zugehen könnte. «Ziel müsste es auch sein, die bisherigen Bewohner hier zu behalten und nicht nur neue Zuzüger zu gewinnen», sagt Weiss. Ein grosses Bedürfnis seien kostenlose Besucherparkplätze. Bisher gibt es solche nur in der blauen Zone. Ausser sonntags und abends sind diese daher gebührenpflichtig.

Das sind mögliche Zwischennutzungen

Umgesetzt werden soll ein zwei Kilometer langer Sport- und Freizeitweg um das Areal Olten SüdWest, der nicht geteert, sondern mit einem Mergelbelag versehen werden soll. Ebenfalls ein Thema sind sogenannte Wanderhäuser. Städtebauer und Landschaftsarchitekt Daniel Schneider schweben rund 20 Einheiten vor, die als «eine Form günstigen Wohnraums» etwa von Studenten genutzt werden könnten. Aufstellen soll diese allerdings nicht zwingend der Arealbesitzer Sigmund Bachmann selbst, sondern zum Beispiel «ein grösserer Holzbauer, der sich vorstellen könnte, die einfach gehaltenen Bauten ohne Unterkellerung für 20 Jahre zu einem günstigen Mietzins zur Verfügung zu stellen». Wird die von den Wanderhäusern genutzte Fläche überbaut, würden diese einfach auf ein neues Baufeld verschoben. Dem von der Stadt Olten finanzierten Verein Robi Olten wollen die Planer eine Brache zur Verfügung stellen, etwa für einen monatlichen Spiel- und Erlebnistag zum Thema Kies, wie es im Arbeitsbericht zum neuen Masterplan heisst. Zudem soll ein Treffpunkt mit einer Buvette in den Sommermonaten geschaffen werden. Dazu bräuchte es in den Augen der Stadt auch eine Infrastruktur, die vor Wind und Wetter schützt. Ein Teil des Gebiets soll hingegen als Naturbereich brach liegen und keiner Zwischennutzung zugeführt werden. (fmu)

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