Seit Ende März, Anfang April ist der Uferweg zum Chessiloch gesperrt. Die Beliebtheit dieses Weges und die wenig transparenten Hintergründe der Sperrung haben die Fraktion SP/Junge SP nun veranlasst, eine dringliche Interpellation einzureichen, welche in der Mittwochssitzung des Gemeindeparlamentes für dringlich erklärt und am Donnerstag beantwortet wurde.

Gemäss Informationen des Stadtrates ist in wenigen Wochen mit der Aufhebung der Sperre zu rechnen. Anfang März hatte die Stockwerkeigentümerschaft Hinterer Steinacker 70 feststellen müssen, dass eine Stützmauer auf ihrem Grundstück, rund sieben Meter über dem Uferweg situiert, instabil geworden war und einzustürzen drohte. Ein zugezogener Ingenieur hatte der Eigentümerschaft geraten, den Uferweg sicherheitshalber sperren zu lassen. Dies geschah in Zusammenarbeit mit dem Werkhof. Ebenso ist die Wanderroute ummarkiert worden.

Zwischenzeitlich hat sich der Vorfall zum Rechtsfall entwickelt. Ein vom Gericht bestellter Sachverständiger hat den Schaden aufgenommen und die Ursachen, welche zur instabilen Mauer führten, ermittelt. Der von der Stockwerkeigentümerschaft bestellte Jurist wurde beauftragt, eine Vereinbarung zwischen Stockwerkeigentümern und dem für den Bau der Mauer verantwortlichen Bauunternehmer zu verfassen und die Kostenfolge zu regeln.

Die städtische Baudirektion hat die Grundeigentümerschaft verschiedentlich auch darauf hingewiesen, dass spätestens mit Beginn der Badezeit der öffentliche Druck steigen werden, weil das Bedürfnis der Badefreudigen nach einem freien Durchgang zum Chessiloch wachse.

Die Stadt sieht derzeit aber keinen Bedarf, in dieser Sache selbst aktiv zu werden. Zumal die private Eigentümerschaft glaubhaft gemacht habe, «schnell für den Rückbau der instabilen Mauer sorgen zu wollen», wie der Stadtrat in der Beantwortung festhält.

Ein Bauunternehmer, welcher die Rückbauarbeiten übernehmen würde, sprach von einer zwei- bis dreiwöchigen Einsatzdauer. Sobald der Rückbau der Mauer abgeschlossen ist, kann der Uferweg wieder geöffnet werden. Dies sei aller Voraussicht nach bis Mitte Juli der Fall, präzisierte Baudirektor Thomas Marbet.