Trimbach

Sozialhilfebezüger verhökert Auto des Freundes im Internet

Betrüger aus Trimbach verkauft fremdes Auto im Internet

Betrüger aus Trimbach verkauft fremdes Auto im Internet

Anton Scheidegger aus Derendingen hatte seinen Lieferwagen einem Bekannten ausgeliehen. Dieser verkaufte ihn kurzum im Internet, um zu Geld zu kommen. Der Verkäufer bezieht Sozialhilfegelder in der Gemeinde Trimbach.

Der 59-jährige Garagist Anton Scheidegger aus Derendingen ist hässig. «Ich habe mit dieser Person schon einiges erlebt, aber das ging jetzt definitiv zu weit», sagt der Betreiber einer mechanischen Werkstätte und Autogarage im bernischen Hellsau. Denn sein Bekannter - in einem Fernsehbeitrag des Senders Tele M1  Vladislav S. genannt - hat kurzum den Renault-Lieferwagen, der Scheidegger gehörte, auf Ricardo.ch verkauft. Für 1800 Fr. «Er ist aber das doppelte Wert», meint Scheidegger.

Schon mehrmals habe S. Fahrzeuge veruntreut, beklagt sich Scheidegger im TV-Beitrag. Auf die Frage, warum er dem einschlägig bekannten Freund dann erneut ein Auto geliehen habe, meint Scheidegger. «Ich hatte eben Mitleid mit ihm. Er schuldete mir schon vorher Geld und hat gesagt, er brauche das Fahrzeug, um Motoren zu transportieren, die er verkaufen wollte.» Mit dem Erlös habe er dann die Schulden begleichen wollen. Er habe S. einmal mehr helfen wollen und sei einmal mehr über den Tisch gezogen worden, erklärt Scheidegger.

Anderer Name im Ausweis

Vorläufig rechtmässiger Besitzer des Lieferwagen ist jetzt Stephan von Gunten, Handwerker aus Herzogenbuchsee, der das Auto nichts ahnend auf der Plattform «ricardo.ch» ersteigert haben will. Verdacht habe er erst geschöpft, als im Fahrzeugausweis ein anderer Name stand, berichtet von Gunten. Auf seine Nachfrage hin sei ihm aber beschieden worden, dass das Fahrzeug im Auftrag eines Freundes verkauft werde.

Scheidegger stellt das in Abrede. Er habe ja selber auf dem Portal seiner Garage das Fahrzeug zum Verkauf ausgeschrieben, für einen Betrag von 3800 Fr. Der Garagist beklagt sich, dass es ihm eh schon wirtschaftlich schlecht gehe und der Betrugsversuch ihn in seiner Existenz bedrohe. Ob er gerichtlich vorgeht, liess Scheidegger hingegen offen. «Ich gehe nicht davon aus, dass von dem etwas zu holen ist.»

Vertrag dach Obligationenrecht

Gegen solche Verkäufe könne man leider direkt nichts unternehmen, meint Barbara Zimmermann, Sprecherin der involvierten Plattform-Betreiberin ricardo.ch AG. Da mit der abgeschlosenen Versteigerung ein Vertrag nach Obligationenrecht zustande gekommen sei, müssten die betroffenen Parteien ihre Interessen gerichtlich regeln. Die Plattform biete aber durch die Bewertungsfunktion die Möglichkeit vor unseriösen Anbietern zu warnen.

Polizeisprecherin Thalia Schweizer bestätigt, dass es sich bei dem Angeschuldigten um einen Sozialhilfebezüger aus Trimbach handelt. Probleme mit Internet-Versteigerunge gebe es "gelegentlich". Meistens sei aber das Problem, dass bezahlte Ware nicht geliefert werde. "Dass Dinge verkauft werden, die dem Verkäufer nicht gehören, kommt eher selten vor."

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