Palmen, Sand und Corona-Werbung so weit das Auge reicht – kein Szenario aus Mexiko, sondern aus dem Säliquartier in Olten. Kizomba-Musik, fürs Ohr eine Mischung aus afrikanischer und karibischer Musik, ertönt, und mitten in der Pure Lounge bewegt sich ein junges Tanzpaar aneinandergeschmiegt im Takt. «Kizomba» nennt man diesen sexy Tanzstil aus Angola, der ein bisschen an Dirty Dancing erinnert. Die Tänzer, die sogar auf dem Sand zu schweben scheinen, sind zwei Tanzlehrer, die sich für die «Tanzlektion im Sand» aufwärmen: Silvia Santoro (31) aus Olten und Manuel Marta (43) aus Basel. 

Tanzlehrer Silvia Santoro und Manuel Marta tanzen Kizomba in der Pure Lounge in Olten

Tanzlehrerin Silvia Santoro und Manuel Marta tanzen Kizomba in der Pure Lounge in Olten

«In der Sommer-Lounge Workshops zu geben, war eine spontane Idee», sagt Silvia Santoro, die zusammen mit ihrem Tanzpartner im Provi 8 Tanzkurse durchführt. «Es ist wunderschön, unter freiem Himmel und im Sand zu tanzen, wenn dann noch der Wind durch die Haare weht …», schwärmt Santoro, «fühlt man sich wie am Strand.» Ihre Augen leuchten.

Werbung über Facebook

Langsam versammeln sich mehrere Menschen in der eher leeren Lounge. Nicht nur Freunde und Bekannte des Tanzpaares, sondern auch «neue Gesichter». Wir haben leider nicht viel Werbung machen können», sagt Santoro. Auf die Tanz-Events hätten sie die Leute kurzfristig vor allem über Facebook aufmerksam gemacht». Gekommen sind nun weniger Leute aus der Region, sondern viele aus anderen Kantonen wie Aargau, Zürich, Bern und Basel: «Ich wurde über Freunde auf Facebook auf den Workshop aufmerksam und meldete mich gleich an», sagt die rund 30-jährige Schülerin aus Basel. «Da in normalen Tanzkursen jetzt Sommerpause ist, sind solche Events sehr gut, um nicht einzurosten.»

Insgesamt sind schliesslich beim ersten Workshop, der sich speziell an Frauen richtet, sechs Tanzfreudige auf der sandigen Fläche. «Geht erstmals ein paar Runden auf dem Sand», sagt die Tanzlehrerin, für deren Workshop-Reihe das Hotel Arte den Sandplatz in der Lounge erweitert hat. «Auf diesem Untergrund zu tanzen, ist viel schwieriger.» Mehr Kraft und eine stärkere Körperbeherrschung ist nötig. «Im Sand versinkt man schnell.» Besonders schwierig seien die Drehungen. Die Mühe zahle sich aber aus: «Es ist ein einzigartiges Gefühl», sagt Santoro.

Genuss für Mann und Frau

Nicht nur die Frauen auf der Tanzfläche scheinen das Training zu geniessen. Die Männer, die auf den anschliessenden Paartanz-Kurs warten, schauen konzentriert zu. Der Blick ist vor allem auf die kreisenden Hüften gerichtet. «Kizomba ist ein Genusstanz», sagt ein männlicher Zuschauer und lächelt verschmitzt. Sowohl für Frauen als auch für Männer also.

Nach dem Unterricht sind die Tanzlehrer Silvia Santoro und Manuel Marta zufrieden mit ihren Schülerinnen und Schülern. «Ich bin erstaunt, dass auch die Anfänger die Choreografie überdurchschnittlich schnell im Griff gehabt haben», sagt Manuel Marta. «Sie haben sich wirklich sehr angestrengt», sagt Santoro. Ob das an der Atmosphäre lag oder am Zuschauerdruck, kann die Tanzlehrerin nicht sagen. Der Tapetenwechsel hat aber offenbar allen gutgetan.