Die Swing Voices, ein Chor aus Langenthal, begeisterten am Freitagabend das Publikum in der Schützi mit Liedern aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Unter der Leitung von Natalia Lehmann boten die rund 70 Sängerinnen und Sänger eine perfekte Mischung von Rock, Pop und Gospel. Aber auch jazzige Melodien erklangen.

Mit schnipsenden Fingern, ganz verhalten, begann der Abend mit Sinatras bekanntem Song «New York». Weiter ging es mit «Cabaret». Dieses und alle weiteren Medleys wurden eigens von der Dirigentin arrangiert. Durch den Abend führte das Komikerduo Notstrom, Rolf und Beat. Diese kündigten zum einen die einzelnen Songs an. Zum anderen berichteten sie über absurde Gesetze in Amerika. Und da der Chor für jeden Song einen Sponsor gewinnen konnte, boten die beiden Komiker für diese eigens getextete Werbespots: «Sind Sie müde vom Laufen, sehnen Sie sich nach einer Bank? Regiobank!» Ein durchaus lobenswertes Konzept, das aber auf die Dauer bemühend wirkte und den Fluss des Konzerts zuweilen zum Stocken brachte.

Luisa di Bastiani überzeugte bei «Woman in love» mit ihrer Solostimme. Der Chor verfügt über eine stattliche Anzahl von Solistinnen. Dazu gesellt sich Gian-Marco Cudde, der bei Billy Joels «The longest time» das Publikum für sich gewinnen konnte, wie dies auch Barbara von Gunten mit ihrer jazzigen Stimme schaffte.

Vielstimmige Medleys

Nachdem der Chor letztes Jahr a capella auftrat, wurde er dieses Jahr von einer Band unterstützt. Mathias Boss (Drums), Daniel Hertach (Bass), Marcel Keckeis (Piano) und Benjamin Sagden (Gitarre) begleiteten die Sängerinnen und Sänger gekonnt und unaufdringlich. Bei den Gospels zeigten die Solistinnen Rebekka Bieri, Sonja Vogelsanger und Melanie Schäfer ihr grosses Können. Schäfer und Bieri ergänzten sich bei «Get together» auf perfekte Art und Weise und rissen den Chor und das Publikum mit sich. Szenenapplaus war ihnen sicher.

Beim Oldie «Bridge over troubled water» sang sich Anita Richard in die Herzen des Publikums. Eine Stärke des Chors sind die Medleys, eigens arrangiert von der Dirigentin Natalia Lehmann. Teilweise mit bis zu 6-stimmigen Sätzen geht auf der Bühne im wahrsten Sinn des Wortes die Post ab. Dies nicht nur bei «Sweet Home Alabama» aus der Countryabteilung, sondern auch bei den beschwingten Stücken «Lollypop» oder «Mister Sandman». Diese und weitere Stücke sorgten immer wieder für minutenlangen Applaus, die Zuhörerinnen und Zuhörer klatschten begeistert mit. Und allen juckte es immer wieder in den Beinen. Ergreifend das Stück «Halleluja», Gian-Marco Cuddes warme Stimme übertrug Gefühle, es wurde still in der Schützi. Auch wenn die Lieder und die Musik im Mittelpunkt des Abends standen, sollen die Outfits nicht vergessen werden. Die Sänger trugen weisse Hemden und Krawatten mit der amerikanischen Flagge in diversen Varianten. Die Sängerinnen präsentierten verschiedenste Oberteile, meist in Rot oder Blau, gestreift und mit Sternen. Ein Hingucker der besonderen Art. Nach einem poppigen Medley mit Hits von Madonna standen noch einmal alle Solistinnen und der Solist auf der Bühne. Der Song «We are the world» sorgte für einen ersten Schlusspunkt und für Standing Ovations. So leicht liess man den Chor aber nicht gehen. Zugaben mussten sein – und sie kamen. Zwei Medleys mit Melodien von Queen und Status Quo setzten nach dem verhaltenen Auftakt einen fulminanten Abschluss des Konzertes.