Nationalratsnomination
Solothurner Grüne mit einer durch und durch ausgewogenen Liste

Die Solothurner Grünen haben am Freitagabend in Olten ihre sechs Kandidierenden für die eidgenössischen Wahlen vom 18. Oktober nominiert. Das Resultat: eine rundum ausgewogene Nationalratsliste.

Ueli Wild
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Die sechs Nominierten der Grünen für die Nationalratswahlen (v.l.): Barbara Wyss Flück, Daniel Urech, Felix Glatz-Böni, Gabriela Weber, Felix Wettstein, Regina Flury von Arx

Die sechs Nominierten der Grünen für die Nationalratswahlen (v.l.): Barbara Wyss Flück, Daniel Urech, Felix Glatz-Böni, Gabriela Weber, Felix Wettstein, Regina Flury von Arx

Ueli WIld

Nein, zu Kampfwahlen um die sechs Listenplätze kam es an der ordentlichen Mitgliederversammlung der Grünen Kanton Solothurn in Olten nicht. Die Dramaturgie hatten Vorstand und Wahlausschuss vorgegeben. Andere Kandidaturen waren kein Thema und die sechs Vorgeschlagenen konnten von den 24 übrigen anwesenden Parteimitgliedern in Minne und mit Applaus nominiert werden.

Dies nach einer lockeren Vorstellungsrunde, die unter dem Motto «Wie verkleinere ich den ökologischen Fussabdruck?» stand. In welcher Reihenfolge die Namen auf der Liste erscheinen werden, steht noch nicht fest. Bei der Vorstellungsrunde entschied sinnigerweise die Schuhgrösse über die Reihenfolge der Auftritte.

Fehlende Ausgewogenheit kann man der Liste nicht vorwerfen – weder in regionaler Hinsicht, noch punkto Verteilung nach Geschlechtern. (Andres sieht es bei der Altersstruktur aus: Die unter 30-Jährigen sind auf der Liste nicht vertreten, aber dafür gibt es die Jungen Grünen.)

Zwei Kandidierende stammen aus der Region Solothurn, zwei aus dem Raum Olten, eine Kandidatin ist im Thal und ein Kandidat im Schwarzbubenland zu Hause. Drei Frauen und drei Männer bewerben sich um einen Nationalratssitz, die Hälfte davon – zwei Männer und eine Frau – verfügen über langjährige politische Erfahrung bis auf Stufe Kantonsrat.

Fünf waren schon 2011 dabei

Fünf der sechs Nominierten haben auch schon Erfahrungen in einem Nationalratswahlkampf gesammelt. Sie kandidierten schon vor vier Jahren, als die Grünen mit zwei Siebnerlisten antraten. Neu dazu gestossen ist einzig Regina Flury von Arx aus Olten. Die Agraringenieurin und Raumplanerin, die bis vor kurzem Leiterin der Fachstelle Umwelt Energie Mobilität in Olten war, sagte, sie sehe sich «eher als Unterstützung derjenigen, die schon länger im Politikbetrieb sind».

Die weiteren fünf Nominierten sind Barbara Wyss Flück, Kantonsrätin, Solothurn (1963), Gabriela Weber, Laupersdorf (1967), Felix Wettstein, Kantons- und Gemeinderat, Olten (1958), Daniel Urech, Kantons- und Gemeinderat, Dornach (1983), sowie Felix Glatz-Böni, Gemeinde- und seit kurzem auch Kantonsrat, Bellach (1958).

«Wir Grünen», sagte Co-Präsidentin Brigit Wyss, «stehen in einem rauen Wind, aber das sind wir ja gewohnt.» Bis zum Nationalbankentscheid, der die Sorge um den Arbeitsplatz in der Themen-Hitparade ganz nach oben katapultiert habe, seien die Grünen mit ihren Konzepten – Grüne Wirtschaft, Energiewende, Klimawandel – gut auf Kurs gewesen. Jetzt sei alles ganz anders. «Aber wir werden die Segel so setzen, dass wir unser Ziel eines Nationalratsmandats erreichen können», betonte Wyss.

Die Listenverbindungsfrage – mit der SP, mit den Grünliberalen, mit beiden? – war an der Versammlung kein Thema. Und Co-Präsident Felix Wettstein sagte auf Anfrage: «Es gibt noch nichts Neues.»