Olten
Social-Distancing in Guerilla-Manier: «The B-Shakers» liefern Musikvideo vom leeren Platz

Die Oltner-Band The B-Shakers lassen sich etwas Besonderes einfallen, um ihre Musik in Corona-Zeiten zu verbreiten.

Noël Binetti
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The B-Shakers in Position: Musizieren auf Distanz als eigentliches Happening.

The B-Shakers in Position: Musizieren auf Distanz als eigentliches Happening.

Dominik Jeger

Einfallsreichtum und Pragmatismus sind gefragter denn je. Das bekam auch die Oltner Rockabilly-Band «The B-Shakers» zu spüren. Eigentlich hätte die Gruppe in den vergangenen Tagen ihr neues Album «Shaker Attack» vertont. Geplant war, die neuen Songs in einem Vintage-Tonstudio in Deutschland aufzunehmen. Doch an eine Reise war wegen den Corona-Bestimmungen nicht zu denken.

Und so behalf man sich einer kreativen Lösung: Das Video zum neuen Song «Cause You’re My Baby» sollte ein besonderes Werk werden. Aufnahmen auf einem leeren Parkplatz, gefilmt mit der Drohne. «Guerilla-Social-Distancing-Recording» nennt die Band die Aktion auf ihrer Facebookseite. «Wir wollten etwas anderes machen als ein Split-Screen-Video, wie sie in den letzten Wochen überall aufgetaucht sind», sagt Philipp Oeggerli, Bassist von The B-Shakers.

Eine Form, die Abstandsregeln umgeht

Sie hätten als Band nach einer Form gesucht, den Fans und anderen Menschen ihre Musik trotz Abstandsregel näher zu bringen. «Ein Freund von uns hantiert und filmt in seiner Freizeit mit Drohnen. Zudem hat Roger, unser Schlagzeuger, allerhand technisches Material in seinem Lager», schmunzelt Oeggerli. Und Gitarrist Thomas sei sowieso bei jeder Schnapsidee dabei. «Uns schien die Idee – auf einem leeren Platz mit Distanz musizierend und gefilmt von einer Drohne – ideal, um die Aktualität einzufangen.» Der Freund mit den Kameras kümmerte sich um die Bewilligung für den Drohnenflug. Die Band klärte ab, wem das Gelände vom leeren Parkplatz Olten-Südwest gehört, das in der Vergangenheit bereits für die Austragung von Karls Kühne Gassenschau diente. Die private Besitzerin sprach die Erlaubnis aus.

Dem Dreh stand also nichts mehr im Weg. Im Intro zum Videoclip sitzt Oeggerli im Auto – alleine. Er fragt sich, wo wohl die anderen Bandmitglieder seien und fährt los. Zeitgleich trifft dann die ganze Band in vier Fahrzeugen auf besagtem Areal ein und formiert sich – mit gebührendem Abstand – im Quadrat auf dem leeren Platz. Mikrofone und Instrumente werden installiert, dann wird in die Saiten gegriffen. Es sei gelungen, im Video die spezielle Stimmung einzufangen, welche momentan herrsche. Es sei ungewohnt, so weit auseinander Musik zu machen und so verloren auf einem leeren Platz zu stehen, so Oeggerli.

Ein paar wenige Passanten hielten aber an, genossen die Abwechslung und klatschten spontan Beifall. Oeggerli: Die Reaktionen auf das Video seien positiv ausgefallen, «Radio 32» hätte darüber berichtet und den Song, welcher von der Band selber geschrieben sei, kurzerhand ins Programm aufgenommen.

Sängerin Mary, diesjährige Finalistin bei The Voice of Switzerland, verleihe dem Stück eine unverkennbare Note. Wann die Aufnahmen im Studio in Deutschland stattfinden können, ist noch unklar. Oeggerli dazu: «Im Moment herrscht noch ein Ein- und Ausreiseverbot für Deutschland und wir warten auf den Bescheid vom Studiobetreiber.» Aber an diese spezielle Recording-Session werde sich die Band noch lange erinnern.

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