Im Factsheet für das neue Wohngebiet Olten SüdWest, das auf der städtischen Homepage aufgeschaltet ist, heisst es: «Die Anbindung an das Stadtzentrum ist via eine neue Fussgängerverbindung zum Bahnhof Hammer gewährleistet.»

Für potenzielle Neuzuzüger tönt das so, wie wenn die Personenunterführung Hammer bereits bestehen würde. Doch weit gefehlt: Aufgrund der klammen Stadtkasse ist heute nicht klar, wann diese direkte Verbindung für Fussgänger und Velofahrer vom neuen Stadtteil Olten SüdWest zum Bahnhof Hammer und ins Stadtzentrum dereinst gebaut wird. 

Wenn es nach den Bürgerlichen ginge, vielleicht gar nie: «Das Quartier Olten SüdWest ist schon erschlossen. Es besteht für die Stadt keine Pflicht für eine zusätzliche Erschliessung für Fussgänger und Velofahrer», sagte FDP-Fraktionschef Urs Knapp kürzlich gegenüber dieser Zeitung. Oder SVP-Präsident Christian Werner: «Über das Projekt reden können wir erst wieder, wenn der Stadtrat gewillt ist, weitere Einsparungen vorzunehmen, damit mehr Geld für Investitionen zur Verfügung steht.»

Nun gibt der Oltner Stadtplaner Lorenz Schmid Gegensteuer: «Die Personenunterführung Hammer brauchts aus fachlicher Sicht unbedingt.» Ein anständiger Anschluss für dereinst bis zu 5000 Einwohner und für über 1000 Arbeitsplätze sei kein Luxus. Schmid macht einen innerstädtischen Vergleich: «Olten SüdWest ohne Hammerunterführung wäre wie Olten Ost ohne Winkelunterführung.»

Aus seiner Sicht wäre es für die Entwicklung des Stadtteils sogar optimal gewesen, wenn die Unterführung bereits jetzt bestehen würde, damit der Grundeigentümer seine Wohnungen auf dem Markt besser positionieren könnte — so wie es im eingangs erwähnten Factsheet den Eindruck macht. Auch aus finanzieller Sicht plädiert er dafür, dass die Unterführung zeitlich vor dem Bahnhofplatz realisiert wird, «weil die Stadt nicht beides zugleich stemmen kann». Auch vom Projektstatus her sei man bei der Hammerunterführung weiter.

Knackpunkt ist die Finanzierung. Derzeit geht die Stadt von Bruttokosten von 15 Millionen Franken aus. 3 Millionen werden vom Bund erwartet, rund 10 Millionen soll Olten selbst dazu beisteuern. Der Kostenanteil des Eigentümers war bisher nicht ganz klar. Im Finanzplan ab 2016 heisst es, dass «von der Grundeigentümerschaft ein substanzieller Beitrag erwartet» werde. Gegenüber dem OT sagt Sigmund Bachmann von der Terrana AG Rüschlikon nun: «Wir zahlen 2 Millionen Franken. Das finde ich relativ grosszügig.»

Werde das Projekt günstiger, verringere sich der Beitrag anteilsmässig. Zudem schlägt Bachmann vor, weitere Nutzniesser der Unterführung Hammer für finanzielle Beiträge anzugehen, um den städtischen Anteil zu verringern. Er windet der Stadt aber auch ein Kränzchen und sagt: «Das Verhältnis mit der Verwaltung ist gut.» Bis Ende Jahr hofft Bachmann, 90 Prozent der bisher erstellten 420 Wohnungen vermietet zu haben, bisher seien es etwas mehr als die Hälfte. Erst dann werde er die nächste Bauetappe in Angriff nehmen.