Fast auf den Punk genau gleich viele Gäste wie im Vorjahr: 7500 an der Zahl. Claude Schoch, Gesamtleiter der Oltner Kabarett-Tage, ist zufrieden. «Die Auslastung liegt mit 92,5 Prozent genau gleich hoch wie im Vorjahr. Wir verharren demnach konstant auf hohem Niveau.» Das heisst aber nicht, dass damit der Gipfel der Auslastung erreicht ist. Steigerungspotenzial sieht Schoch auf jeden Fall. Und er sagt: «Die konstant hohen Besucherzahlen ermöglichen uns immer wieder, an den Kabarett-Tagen neue Formen zu lancieren. Heuer war es ‹Kabarett meets Literatur› im Capitol. Und wir können festhalten: Keine einzige Veranstaltung wies eine geringere Auslastung als 70 Prozent auf. Wir hatten also absolut keinen Durchhänger.»

Verschont blieb das Festival 2016 auch vor jenen drei Arten von Pannen, die, wenn sie eintreffen, als so etwas wie der Supergau empfunden werden können. «Die technische Panne blieb aus», so Schoch; zudem sind alle Künstlerinnen und Künstler rechtzeitig erschienen; «und zum dritten ist wie erwähnt keine der Präsentationen durchgefallen», bilanziert Schoch. Zwei, drei Stimmen seien zu ihm vorgedrungen, die sich enttäuscht gezeigt hätten von einem Abend. «Aber so was brauchts auch», meint Schoch. Kabarett oder Satire sei ohne Reibungsverluste halt nicht zu haben. Zuviel der Kritik aber sei für die Veranstaltung dann doch eher negativ zu bewerten. «Negatives spricht sich schnell rum» sagt Schoch überzeugt.

Schoch, der noch bis und mit der 30. Auflage als Leiter der Oltner Kabarett-Tage amtet und nachher zurücktritt, steckt schon fast mitten in den Vorbereitungen für die kommende Ausgabe und hat erst noch ein Baugesuch am Laufen. Am Amthausquai nämlich soll bis spätestens im März des nächsten Jahres der «Walk of Cornichon-Fame» zu liegen kommen; just vor der Klostermauer. Sämtliche Cornichon-Preisträger und zwei Cornichon-Ehrenpreisträger werden dort – am «Quai Cornichon» – ihre ewige Bleibe in Form einer quadratischen Platte mit eigenem Profil bekommen.

Die Vorgeschichte dazu ist eine lange: Nachdem die Stadt das Einlegen solcher Platten im Boden als nicht machbar taxierte und das Projekt im Rahmen von Andaare ebenso wenig zur Realisierung kam wie Andaare selbst, blieb letztlich bloss die Idee übrig, die Platten in einer Wand einzulassen. Allerdings liess sich so ohne weiteres keine solche finden, sodass jetzt Plan C zur Ausführung gelangt. Ein eigenes kleines Bauwerk entlang der Klostermauer etwa für Elsie Attenhofer (1988), Mathias Richling (2000), Hagen Rether (2010) und dem bislang letzten der Preisträger – Alfred Dorfer.

Kabarett als Wirtschaftsfaktor

Abgesehen vom Spass- und Amusementfaktor, der heuer 7500 Köpfe erfasst hat, gelten die Kabarett-Tage auch als Wirtschaftsfaktor. Claude Schoch weiss, dass sämtlich Ware im Zusammenhang mit dem Festival aus örtlichem oder regionalem Gewerbe stammt. Und er weist in seiner kleinen Bilanz darauf hin, dass vor allem auch Hoteliers von einer zunehmenden Zahl an Übernachtungen profitieren. «Auf jeden Fall kommt mir das immer zu Ohren», sagt er. Das bestätigen auch Thomas Ulrich, Geschäftsführer von Tourismus Region Olten und Remo Buchser vom Hotel Astoria. «Generell steigen die Übernachtungszahlen für Olten», weiss Ulrich.

Gemäss seiner Erfahrung und seinen Beobachtungen im Laufe eines Tourismusjahres stellt er fest, dass vor allem ausserkantonale Besucher für die Kabarett-Tage Übernachtungen in Olten buchen; teilweise über das Tourismusbüro, andere eigenständig. «Das ist sicher auch auf den Umstand zurückzuführen, dass die Veranstaltung ein mehrtägiges Festival darstellt und sich für die Besuchenden länger dauernde Heim- und Anreisen nicht immer lohnen.» Konkret kann Ulrich allerdings keine erhärteten Fakten vorlegen.

Aber sein Eindruck wird auch von Buchser eindeutig untermauert. «Ein Indiz dafür sind die zahlreicheren Einzelbuchungen, die auf Festivalgäste schliessen lassen», tönts von dort, wo übrigens auch viele Künsterinnen und Künstler während der Kabarett-Tage logieren. Mit harten Zahlen quantifizieren aber lassen sich auch diese Beobachtung nicht. Denn es sei natürlich nicht einfach, letztlich die Übernachtungsmotive der Hotelgäste zu eruieren, weiss Buchser.