Olten
Sinnliches sinnen belebt die Sinne

Die Malerin Ruth Kissling und der Plastiker Thomas Welti stellen bei art-mathieu im Hammer Center aus. Die Ausstellung läuft noch bis zum 30. Dezember 2016.

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Ruth Kissling und Thomas Welti stellen bei art-mathieu aus.

Ruth Kissling und Thomas Welti stellen bei art-mathieu aus.

Bruno Kissling

Die 1948 in Wolfwil geborene Malerin Ruth Kissling, seit rund vierzig Jahren in Basel zuhause, zeigt mit dem Plastiker Thomas Welti zusammen, wohnhaft in Baden und in der Nähe von Pisa, einen Querschnitt durch ihr Schaffen, der den grossen Galerieraum art-mathieu einmalig belebt und welches mit unseren Sinnen spielt.

Bis in die Fingerspitzen

Ruth Kissling ist eine Malerin bis in die Fingerspitzen hinein. Sie zeichnet sich aus durch Eigenständigkeit, Originalität und durch eine Malweise in leuchtenden, klaren Farben, die bewegen und begeistern. Sie hat im Laufe ihres Lebens viele Auszeichnungen erhalten, vor allem im Raume Basel, hat Erfahrungen gesammelt in Deutschland, Italien und in Frankreich, in Paris.

Regelmässig besucht sie den Oltner Kunstmarkt. In dieser Ausstellung lässt sich auf eine besonders vertiefte Art ihren sinnlich geprägten Malereien begegnen: Frauenkörper, Intérieurs, Leben ausserhalb der Norm, angehaucht von der Erotik eines Pariser Nachtlebens. Die expressive, surreal verfremdeten Bilder, die leuchtenden Grundfarben Rot, Blau Gelb und dunkle Hintergründe spielen mit heller Haut, mit weiblichen Formen ausserhalb des Gewohnten.

Voller Vitalität geht sie einem Thema nach. Manchmal haftet ihrer Pinselführung etwas Naives an; dies erhöht den Zauber der Ausstrahlung. Ihre figurative Malerei ist einfach alles, weil sie zugleich das Figurative auflöst, skurril und höchst sinnlich verändert, Akzente setzt, wo man sie nicht erwartet und Bilder kreiert, die einen aus ihrem Inhalt, aus ihrer Farbigkeit heraus absolut mitnehmen in die Welt der Sinne, des Träumens und der Fantasie.

So als könnte man der Zeit ein Schnippchen schlagen und eintauchen in Welten, die man an sonst kaum kennt, in Farben, in Geschichten, verknüpft mit verrückten Zusammenhängen. Man erlebt Malerei voll farblicher und formaler Intensität.

Liebe zu weiblichen Formen

Thomas Welti als Bildhauer, Plastiker und Keramiker steht ihr im Bereich der Fantasie und der sinnlichen Formen in keiner Weise hinten nach. Auch er ist ein Künstler, der weibliche Formen liebt, sie in Keramik umsetzt, patiniert, verändert, so dass völlig neue Kreationen entstehen.

Sie sind von einmaliger Schönheit, ausdrucksstarke Originale in Silber, bei denen man die Sinnlichkeiten tanzender Körper erfahren darf. Er besitzt ein feines Gespür für Körperbewegungen, für Momentaufnahmen, für das Leichte und Tänzerische, aber auch für die Sehnsucht nach Vertiefung.

Vielleicht ist die toskanische Landschaft, in der Thomas Welti vorab lebt, für seine Arbeiten starke Motivation. Auch er hat in vielen Ländern Europa ausgestellt, Auszeichnungen gewonnen und hängt an der Schweiz als Ausstellungsort, weil das für ihn ein Stück Heimat bedeutet.

In der Kombination der beiden Kunstschaffenden steigt man ein in diese sinnliche Welt und lässt sich von Formen und Farben verführen, und für Augenblicke hält auch die Zeit den Atem an. (ms)

Die Ausstellung bei art-mathieu dauert noch bis 30. Dezember 2016.