Hägendorf
Sind Leberli die Schlüssel zum Erfolg fürs Restaurant Schlüssel?

Der Oftringer Ueli Wietlisbach will dem Hägendörfer Restaurant Schlüssel neues Leben einhauchen. Er setzt dabei auf die Leberli.

Nina Schneider und Elena Weller
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Ueli Wietlisbach präsentiert stolz seine Speisekarte und seinen Weinwagen.

Ueli Wietlisbach präsentiert stolz seine Speisekarte und seinen Weinwagen.

Bruno Kissling

Das seit Jahren existierende Restaurant Schlüssel in Hägendorf öffnet am Samstag erneut seine Türen. Es ist für seine häufigen Besitzerwechsel bereits berüchtigt. Die letzten Pächter versuchten es mit einem BBQ-Restaurantt, welches unter dem Namen «Blue’s Flame BBQ» das erste seiner Art in der Schweiz gewesen sei.

Die vielen Besitzerwechsel sind darauf zurückzuführen, dass die Einstiegsschwelle in die Gastronomie im Kanton momentan noch sehr tief ist. Ab 1. Januar jedoch muss, wer ein Restaurant eröffnen möchte, strengere Vorgaben erfüllen (wir berichteten). Ausserdem sind nur wenige Parkplätze direkt vor dem Restaurant, welches an einer Strassenecke liegt, vorhanden.

Bratwurst statt Cordon bleu

Morgen Samstag wagt der diplomierte Hotelier Ueli Wietlisbach mit dem Restaurant Schlüssel einen Neuanfang. Zur Feier wird das Restaurant von 11 Uhr bis 16 Uhr mit Bier, Fleischkäse und Kartoffelsalat eingeweiht. Gegen Abend, ab 17 Uhr geht dann der offizielle Betrieb los. Der aus einer Gastgeberfamilie stammende Küchenchef war buchstäblich auf dem Weg zu einer Festanstellung als Koch im Emmental. Doch während der Fahrt merkte er, dass dies nicht das Richtige sei. «Mein Bauchgefühl sagte mir, ich solle umkehren, um mein eigenes Restaurant zu eröffnen», erzählt Wietlisbach.

Nun ist es sein Ziel, in seinem Restaurant mit gutbürgerlichen Gerichten zu punkten. Dabei setze er vor allem auf seine Spezialität, die Leber. Doch auch weitere typisch schweizerische Gerichte wie der Wurstsalat und die traditionelle Bratwurst aus der Dorfmetzgerei dürfen auf der Speisekarte nicht fehlen. «Wir bieten aber keine gewöhnlichen Speisen wie Pizza oder Cordon bleu», weiss Wietlisbach zu berichten. Das Tagesmenu kommt neu auf einer Schiefertafel von Tisch zu Tisch gefahren. Ausserdem hat er sich vorgenommen, das Menu jeden Tag zu ändern, um seinen Gästen ein möglichst vielfältiges Angebot zu servieren.

Klein, aber fein als Philosophie

Er ist überzeugt, dass sein Konzept Erfolg haben wird. Für sein Restaurant erhofft er sich einen Ruf als heimelige Dorfbeiz, ansprechen möchte er aber die Bewohner der ganzen Region Untergäu. Das dreiköpfige Team, das aus dem leidenschaftlichen Koch und seinen zwei Servicemitarbeiterinnen besteht, glaubt daran, mit jahrelanger Erfahrung dieses Ziel zu erreichen. Der Wirt hat die Hägendörfer Location gewählt, weil nur 50 Sitzplätze vorhanden sind und sie somit ganz in sein Konzept «klein, aber fein» passt.

Für den Sommer ist eine Gartenwirtschaft hinter dem Restaurant geplant, welche speziell gestaltet werden soll. Nach seinem Engagement in der Bergwirtschaft «Tiefmatt», wo er bis im Februar als Küchenchef amtete, war ihm klar: «Ich wollte in der Region bleiben, da man mich hier bereits kennt.» Seine Vorgänger seien, laut Wietlisbach, gescheitert, weil sie ihr Konzept nicht konsequent durchgezogen hätten. Er aber lebe seine Gastro-Philosophie.

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