Wenn es arg kommt, dann werden die vom Stadtrat gesprochenen 42 000 Franken bei weitem nicht reichen, um die Abklärungen bezüglich Altlasten-Verdachtsfläche im Oltner Gheid zum konformen Abschluss zu bringen. Wenn es arg kommt nämlich, wird der ganze Prozess rund um das Vierfache teurer, wie die Baudirektion erklärt.

Aber man geht davon aus, dass die anstehenden Untersuchungen im Gheid nicht das «volle Pogramm» umfassen werden. Falls doch, so hat der Stadtrat derzeit die Gewissheit, dass dafür mit knapp 160 000 Franken zu rechnen sein würde. Auf der Fläche, wo heute Segelflieger, Schäferhunde und die Sicherheitsfirma Securitas zu Hause sind, hat sich vor Jahrzehnten eine Kehrichtdeponie erstreckt, welche heute als Ablagerungsstandort «Auffüllung Flugfeld Gheid» im Schriftverkehr erscheint.

Bauabsicht machts notwendig

Ende März hat der Stadtrat den Kredit für die erste Etappe der technischen Untersuchung gutgeheissen. Darin eingeschlossen sind die historische Untersuchung, Erdproben sowie Gebühren. Die Abklärungen werden notwendig, weil die dort ansässige und in städtischen Räumlichkeiten eingemietete Securitas Bauabsichten hegt.

1938 ging das fragliche Gebiet in städtischen Besitz über, gekauft von der Firma Constantin von Arx. Auf Karten lässt sich ab Beginn der 1930er-Jahre bis Mitte der 1940er-Jahre eine offene Grube ausmachen, die Mitte der 1950er-Jahre im Kartenwerk aber nicht mehr auftaucht. Unklar ist, wer für das Auffüllen der einstigen Kiesgrube zuständig war. Denn: «Weder auf dem Stadtbauamt noch bei den Anwohnern ist die Deponie bekannt», wie die Baudirektion erklärt. Mehr oder weniger klar ist eigentlich nur der Umstand, dass die seinerzeitige Kiesgrube mit sogenannten Siedlungsabfällen (Abfall aus Haushalten) ausgefüllt wurde, Entsorgungsgut, welches heute als wenig problematisch eingestuft wird und – sollte es denn so sein – keine weiteren Massnahmen erfordert, wie Adrian Balz, Leiter Baudirektion, erklärt.

Ausdehnung eruieren

Dies ist auch der Grund, weshalb der notwendige Kredit etappiert gesprochen wird. Der Betrag ist nicht im Budget 2015 aufgeführt. Allerdings wurde im Budget 2012 eine Position «diverse unbekannte Altlasten» geschaffen und mit 400 000 Franken geäufnet. Ausgelöst wurden davon aber erst knapp 40 000 Franken.

Mit der jetzt folgenden technischen Untersuchung wird festgestellt, wie weit sich die ehemalige Deponie ausdehnt und welcher Art das deponierte Material ist. In einem zweiten allfälligen Schritt würden Bohrung zwecks Wasserproben folgen, was Hauptgrund einer massiven Kostenfolge wäre. Nach den Sanierungen einstiger Altlastenflächen bei Werk- und Schlachthof sowie im Kleinholz dürfte gemäss Angaben der Baudirektion damit die letzte der Altlastenverdachtsflächen in städtischem Besitz bereinigt werden.

Nach Abschluss der technischen Untersuchungen will die Stadt Olten beim Kanton eine Kostenverteiler-Verfügung und allenfalls eine Kostenübernahme durch den Altlastenfonds erwirken. Der Fonds übernimmt Untersuchung, Überwachung und Sanierung von belasteten Standorten, auf die seit dem 1. Februar 1996 keine Abfälle mehr gelangt sind, unter anderem dann, wenn auf den Standort zu einem wesentlichen Teil Siedlungsabfälle abgelagert worden sind. Die Bundesbeteiligung beträgt 40 Prozent.