Olten
Sind die Tage der Rolltreppe in der City-Passage gezählt?

Der Oltner City-Passage stehen Veränderungen ins Haus; von einem Rückbau der Rolltreppen ist die Rede.

Urs Huber
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Seit Jahren sind die Rolltreppen in der Oltner City-Passage nicht mehr in Betrieb. Nun überlegt man sich deren Rückbau, da auch ein Lift genutzt werden kann.
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Die stillgelegte Rolltreppe ist mit einer Kette und entsprechender Signalisation abgesperrt.
Die stillgelegte Rolltreppe ist mit einer Kette und entsprechender Signalisation abgesperrt.
Eingang zur berühmt-berüchtigen Metro-Latino-Bar
Mit dem Expo Club ist ein zweiter Betrieb des Nachtlebens in der City-Passage beheimatet.
City-Passage in Olten mit stillgelegter Rolltreppe
Knallige Farben, Kunststoff-Boden und Neonlicht: Stilleben in der City-Passage in Olten
Knallige Farben, Kunststoff-Boden und Neonlicht: Stilleben in der City-Passage in Olten
Auf- respektive Abgang zur Passage unter der City-Kreuzung.

Seit Jahren sind die Rolltreppen in der Oltner City-Passage nicht mehr in Betrieb. Nun überlegt man sich deren Rückbau, da auch ein Lift genutzt werden kann.

Bruno Kissling

Sie ist ein Zeuge der 1970er-Jahre, als der Glaube an unterirdische Passagen, gespickt mit attraktiver Ladenfront, auch in einem Landstädtchen wie Olten fest verankert war. Rolltreppen gaben diesem an sich eher wenig behaglichen Ort einen Hauch von Welt und – so etwas wie Flughafenatmosphäre.

Eine Zeit lang ging das auch gut, aber in den 1990er-Jahren begann der Lack abzublättern. Die City-Passage geriet ins Hintertreffen, immer häufiger wechselten dort im Untergrund die Verkaufsläden, später zeigten sich Brachen, die Passage drohte zu verkommen. Die beiden Rolltreppen ächzten weiter derweil lustlos vor sich hin, bis sie, in die Jahre gekommen, vor einer Handvoll Jahren aus Sicherheitsgründen stillgelegt wurden. «Ausser Betrieb genommen» nennt sich das im nüchternen Fachjargon.

Rückbau bevorzugt

«In Betrieb genommen werden die beiden jetzigen Rolltreppen bestimmt nicht mehr», sagt Urs Kissling, Leiter des städtischen Tiefbauamtes. Allenfalls werden sie ersetzt, was mit Kosten von über 200 000 Franken verbunden wäre. Derzeit findet sich die Stockwerkseigentümerschaft Handelshof im Abklärungsprozess, wie die Zukunft der Passage aussehen soll: ob mit oder ohne Rolltreppe. Eine Reparatur schliesst Kissling aus. Zu alt die Dinger. Die von der Stadt eher favorisierte Lösung wäre ein Rückbau der Anlagen. Damit liesse sich Platz gewinnen, so Kissling.

Besonders für den Besitzer des City Bar Cafe (CBC) an der Froburgstrasse, Erol Yldiz, wäre der Gedanke interessant: Dessen Aussenwirtschaft ist nicht bewilligt, aber mit dem Verschwinden der Rolltreppe könnte dort Platz für ein Boulevardcafé entstehen. Der Besitzer wäre durchaus bereit, sich an den Kosten eines Rückbaus zu beteiligen, wie er am Telefon erklärt. Jedenfalls hat er bereits entsprechende Offerten in Auftrag gegeben. Zu den Kosten hat er keine konkrete Vorstellung. Er weiss nur: «Die gesamten Aufwendungen des Rückbaus kann ich natürlich nicht tragen.» Auch der Wirt des CBC will er an den Kosten beteiligt sehen. Obwohl dieser, wie Yldiz sagt, dafür bislang wenig Begeisterung gezeigt habe.

Die Unterführung gilt mittlerweile in breiten Kreisen als Unort. Obwohl: Ein Passant sieht das anders. «Sie ist eigentlich ganz praktisch, aber hat halt schon lange keine Auffrischung mehr erlebt. Bodenbelag, Beleuchtung, farbliche Gestaltung der Wände. Sie wissen, was ich meine», sagt er, und er wäre so auf die Schnelle gesagt durchaus dafür, dass die Rolltreppen verschwinden. «Es gibt ja einen Lift. Der würde meiner Ansicht nach reichen.»

Die regelmässige Pflege der Anlage obliegt zwei Parteien. Für den Treppenbereich ist der städtische Werkhof zuständig. «Zweimal wöchentlich werden diese gereinigt,» sagt Leiter René Wernli. Für die Passage im Untergrund an sich zeichnet der Kanton als Besitzer verantwortlich. Dieser hat, unter Berücksichtigung einer Mietpreisreduktion, die Verantwortung dafür aber an die dortigen Gastrobetriebe abgetreten.