CVP-Co-Präsident Wolfgang von Arx und SP-Mann Hansjörg Haas sind die jüngsten Rücktritte, welches das Oltner Gemeindeparlament zu verkraften hat. Beide sind erst in dieser Amtsperiode selbst für zurückgetretene Mandatsträger nachgerutscht: von Arx 2013 für Thomas Pfluger, Haas 2014 für Daniel Schneider.

Damit haben in dieser Legislatur bereits 20 Mandatsträger von insgesamt 50 Mitgliedern ihr Amt abgegeben. Das entspricht einer Quote von 40 Prozent – diese liegt bereits leicht höher als bei den beiden vorangegangenen Amtsperioden.

Der 66-jährige Haas bringt «Veränderungen im persönlichen Umfeld» als Grund für seinen Abtritt vor. Von Arx macht zum einen berufliche Gründe geltend – er übernimmt die Wahlkampfleitung der CVP für die kantonalen Wahlen 2017, bleibt aber Oltner Co-Parteipräsident.

Der 55-Jährige sagt allerdings auch: Ihm habe die Parlamentsarbeit gefallen. «Aber ich bin eher ein ungeduldiger Typ, manchmal dünkt mich, es geht zu langsam vorwärts.» Hin und wieder hört man von abtretenden Parlamentariern Ähnliches: Dass ihnen das Amt zu wenig zusagte, weil die Parlamentsarbeit viel Aufwand und wenig Ertrag bedeute.

Der Politologe Georg Lutz der Uni Lausanne sagt dazu: «Das ist ein eigentümlicher Grund, man könnte sich ja vorher informieren.» In seinen Augen hängt das aber auch damit zusammen, dass «Leute bearbeitet würden, auf der Wahlliste zu kandidieren».

Diese wüssten dann nicht genau, was sie erwarten würde, wenn sie das Amt übernehmen müssten. Zum anderen sei die Reputation eines Mandats nicht mehr so gross: «Wenns gut läuft, erhält man kaum Lorbeeren; wenns schlecht läuft, hagelts nur Kritik.»

Die Legislatur dauert knapp ein Jahr. Doch bereits haben SP, FDP und CVP die Namen auf ihren Wahllisten ausgeschöpft. Das heisst, es kommt zu Nachnominationen, bei denen die Partei eine Person bestimmt, die den Stimmbürgern gar nie zur Wahl stand.

Bei der SP rutscht Marion Rauber für Haas nach (wir berichteten), bei der CVP ist dies Nenad Skalonja für von Arx. Eine wirkliche Alternative gibt es dazu nicht, wie Politologe Daniel Bochsler erklärt.