Hägendorf
Siebenstelliger Überschuss macht Kaufabsicht konkret

Hägendorf präsentierte an der Gemeindeversammlung ein erfreuliches Rechnungsergebnis mit einem Plus von rund einer Million Franken und gab das Kaufinteresse für die Liegenschaft an der Allerheiligenstrasse 5 bekannt.

Lucien Rahm
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Die Liegenschaft Allerheiligenstrasse 5 (links im Bild) könnte in den Besitz der Einwohnergemeinde übergehen.

Die Liegenschaft Allerheiligenstrasse 5 (links im Bild) könnte in den Besitz der Einwohnergemeinde übergehen.

Bruno Kissling

Gute Neuigkeiten durften die anwesenden Einwohnerinnen und Einwohner Hägendorfs an der Gemeindeversammlung vom Donnerstag vernehmen. In der nicht wesentlich kühler als draussen temperierten Aula konnte der Gemeinderat eine positive Jahresrechnung 2016 präsentieren. Konkret resultierte gesamthaft ein Ertragsüberschuss von rund einer Million Franken.

Dieses «sehr schöne Ergebnis» sei unter anderem zurückzuführen auf unerwartete Mehreinnahmen an Steuergeldern, sagte Finanzvorsteher Uli Ungethüm. Sowohl von den natürlichen als auch den juristischen Personen habe man je rund eine Million Franken mehr einnehmen können als budgetiert. Daneben habe aber auch eine grosse Ausgabendisziplin geherrscht.

Dank Belchentunnel

Der hohe Ertragsüberschuss hat auch erlaubt, auf der im Gemeindebesitz stehenden Raiffeisen-Arena zusätzliche Abschreibungen von rund 1,8 Mio. Franken vorzunehmen. Der Antrag eines Votanten, diesen Betrag doch gleich auf zwei Millionen zu erhöhen, lehnte die Versammlung ab. Ebenfalls zu diskutieren gaben angesichts des guten Resultats die Wasserpreise.

Zum positiven Ergebnis beigetragen haben nämlich auch Spezialfinanzierungen im Bereich der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung. Vor allem dank der Sanierung des Belchentunnels, die derzeit unter anderem von Hägendorf aus betrieben wird und einen grösseren Wasserbedarf aufweist, hat man einen Spezialfinanzierungs-Überschuss von rund 676 000 Franken erzielen können. «Müsste man dann den Wasserpreis nicht senken?», wollte ein Votant vom Gemeinderat wissen. Denn der Preis sei ja verhältnismässig doch ziemlich hoch in Hägendorf. Ungethüm erwiderte, eine Preissenkung wäre momentan nicht schlau, denn die wasserintensive Belchen-Baustelle bestehe noch Jahre weiter. Diese Gewinne gelte es abzuschöpfen. Denn es gebe in der Gemeinde noch einige alte Wasserleitungen, die dereinst saniert werden müssten. Hierfür seien diese Einnahmen notwendig, denn er möchte dafür kein zusätzliches Fremdkapital aufnehmen müssen, so Ungethüm.

Trotz des erfreulichen Ergebnisses musste der Gemeinderat der Versammlung aber auch einige dringliche Nachtragskredite von insgesamt rund 1,7 Mio. beantragen. Das wirke auf den ersten Blick erschreckend, liesse sich aber begründen, sagte Ungethüm. 80 Prozent davon hätten mit der Umstellung des Rechnungssystems von HRM1 auf HRM2 zu tun. Viele Dinge würden nun anders verbucht. Daneben habe es aber sicher auch Überschreitungen und Fehler gegeben. Die Versammlung genehmigte sowohl Nachtragskredite als auch Rechnung 2016 einstimmig.

Motion Rötheli abgeschrieben

Für obsolet erklärte der Gemeinderat die «Motion Rötheli». In dieser forderten Kasimir und Bethli Rötheli, die Liegenschaft an der Allerheiligenstrasse 5 zu erwerben. Das direkt am Schulareal Späri gelegene Gebäude solle für die Weiterentwicklung des Schulhausareals genutzt werden, so die Forderung. Dieses Vorhaben hat der Gemeinderat aber bereits in die Wege geleitet. Man habe die Verhandlungen dieser schon seit langem vorhandenen Idee intensiviert, als die Erbengemeinschaft, in deren Besitz das Grundstück nun steht, Interesse an einem Verkauf signalisierte.

In dieser Phase reichten die Röthelis dann ihre Motion ein, sagte Gemeindevizepräsident Heiner Roschi. Aufgrund des positiven Rechnungsergebnisses habe der Gemeinderat dem Kauf in der Höhe von rund 995 000 Franken nun schliesslich zugestimmt. Am 20. Dezember dieses Jahres kann dann auch die Gemeindeversammlung kundtun, ob sie dem Erwerb zustimmen möchte. Die Motion Rötheli schrieb sie ab. Für Motionär Kasimir Rötheli ist dieses Vorgehen in Ordnung, wie Gemeindepräsident Albert Studer abgeklärt hat. «Wenn es so rasch wie möglich gekauft wird», ergänzte Rötheli.