Mit der geplanten Erinnerungsstatue für den kürzlich verstorbenen Kater «Toulouse» erhält Olten erstmals seit neun Jahren wieder ein neues Denkmal. Daneben verfügt die Stadt heute bereits über verschiedene kunstvolle Installationen, die an verdienstvolle Personen oder denkwürdige Ereignisse erinnern – oder zumindest daran erinnern sollen. Nicht allen Einwohnerinnen und Einwohnern wird bekannt sein, wofür die diversen Einrichtungen genau stehen. Dem soll der vorliegende Artikel etwas entgegenwirken.

Andere Leistungen gefragt

Hat es bei der bekannten Oltner Katze dank Erwähnung in einem populären Buch bereits zum Erhalt eines Denkmals gereicht, bedurfte es in den vergangenen Jahren in der Regel nachhaltiger politischer, künstlerischer oder wirtschaftlicher Leistungen, um ein Ehrenmal gesetzt zu bekommen.

Denkmäler, an die nicht jeder mehr denkt

Ein Grossteil der älteren Oltner Denkmäler stammt aus dem 19. Jahrhundert – jener Zeit, in der das Eisenbahnwesen auch hierzulande zu gedeihen begann und Olten in diesem Zusammenhang seinen Bahnhof und die Zugwerkstätte erhielt. Persönlichkeiten oder Ereignissen aus diesem Bereich sind denn auch mehrere Oltner Mahnmale gewidmet. So befinden sich beispielsweise im Bahnhof selbst der sogenannte Nullstein sowie eine Gedenktafel für den Mitgründer der Schweizerischen Centralbahn, Johann Jakob Speiser. Nach Letzterem ist zudem in Olten die Speiserstrasse benannt.

Das Bahnwesen brachte auch den Lokomotivkonstrukteur Niklaus Riggenbach nach Olten, der hier fortan den Zugbau in den Werken der Centralbahn leitete. In seiner Stellung als Direktor der Kesslerschen Maschinenfabrik in Karlsruhe war er an der Konstruktion von nicht weniger als 150 Lokomotiven beteiligt. Eine dieser Dampfmaschinen war die «Limmat», eine der vier ersten Lokomotiven der am 9. August 1847 eröffneten Schweizerischen Nordbahn, der sogenannten Spanisch-brötlibahn. Diese Lok musste er in die Schweiz überführen und auf der Linie Zürich–Baden erproben.

In Olten kam Riggenbach auf die Idee seines weltweit erfolgreichen Zahnradbahnsystems. Dies brachte dem im Elsass und in Basel aufgewachsenen Ingenieur nicht nur das Ehrenbürgerrecht Oltens, sondern auch gleich jenes von Trimbach und Aarau ein.

Held der Lüfte

Auch im Zusammenhang mit der Fliegerei gelangen Pioniertaten unter Oltner Beteiligung, an welche heute noch Mahnmale erinnern. Der Oltner Max Cartier war es nämlich, der 1925 den damaligen Schweizer Flughöhenrekord von 9800 Meter Höhe aufstellte. Als Förderer des zunächst zu militärischen Zwecken genutzten Flugfeldes Gheid erhielt Cartier ebendort einen Gedenkstein gesetzt, nachdem er 1928 bei einem Testflug mit einer neuen Flugzeugkonstruktion tödlich verunglückte.

Weitere Denkmäler ehren erfolgreiche Oltner Politiker oder Künstler oder erinnern an Ereignisse wie das des Landesstreiks von 1918. Daneben existieren in Olten zahlreiche Gedenktafeln, die beispielsweise an das Bestehen der Reithalle in der Schützi (1936–2008) oder das Restaurant und Dancing Hammer (1878–1986), wo einst Pink Floyd auftraten, erinnern. Nach dem Oltner Maler Martin Disteli sind überdies eine Strasse und eine Bahnhofunterführung benannt.