«Kollektiv Pitguinz»

Sie besetzen Container und fordern ein autonomes Jugendzentrum in Olten

Protestnote für ein autonomes Jugendzentrum.

Protestnote für ein autonomes Jugendzentrum.

Bei der Fachhochschule in Olten hat das Kollektiv Pitguinz eine Brache für sich in Anspruch genommen. Die Besetzung unterstreicht die Forderung nach einem noch nie dagewesenen autonomen Jugendzentrum in Olten.

Gestern Montag kurz vor zehn Uhr: Auf dem brach liegenden Gelände bei der Fachhochschule in Olten sind vier Männer zu sehen: mit Sturmhauben, in Militärmänteln und Handschuhen. Das Kollektiv Pitguinz lebt seit dem 22. Dezember auf dem Gelände. Grund: Sie stehen ein für ein selbstbestimmtes Leben und verstehen darunter auch die Schaffung eines autonomen Jugendzentrums in Olten. Namen, Gesichter, Alter, Herkunft bleiben im Verborgenen; auch vermummt will sich das eigentlich absolut freundliche Quartett nicht ablichten lassen. «Die Container können Sie ablichten», sagt einer aus der Gruppe.

Bis zum 3. Januar will das Kollektiv ausharren, derweil die bereits bestehende Containerumgebung zum Aufenthaltsort umfunktioniert wird. Zwischenzeitlich warten Filmabende mit anschliessender Diskussionsrunde, Lagerfeuer und Bier, Graffitikurse und so weiter auf Gäste, welche mitleben, gestalten und bewohnen helfen. Das Gelände gehört dem Kanton Solothurn. «Wir wollen auch Spass haben», sagt einer aus dem Kollektiv. Und: «Wir sind absolut friedlich gesinnt.»

Der Kanton als Landbesitzer hat die Besetzer mittlerweile wissen lassen, dass die Aktion illegal sei und spätestens am 2. Januar 2020, 12 Uhr beendet sein müsse. Polizei und Vertreter des Kantons würden sich dann bei einem Augenschein davon überzeugen, dass das Gelände in sauberem Zustand verlassen werde. "Diese Praxis wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Olten und der Kantonspolizei so vereinbart", sagt Guido Keune von Bau- und Justizdepartement. So lange sich die Besetzer ruhig und friedlich verhielten, gebe es bis zum gesetzten Termin auch keinen Grund, polizeilich einzuschreiten, lässt sich die Medienstelle der Polizei Kanton Solothurn zitieren.  

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