Nach einer durchzechten Nacht in einem Zürcher Club ist es in seiner Däniker Wohnung zum Sex gekommen. Gegen ihren Willen, sagte die Geschädigte. In gegenseitigem Einverständnis, gab der Beschuldigte an.

Vom Amtsgericht Olten-Gösgen wird der Mann vom Schändungs-Vorwurf freigesprochen. 

Damit der Tatbestand der Schändung erfüllt ist, muss bewiesen werden können, dass das Opfer zum Tatzeitpunkt gänzlich widerstandsunfähig war. «Dieser Nachweis konnte nicht erbracht werden», erklärt der zuständige Gerichtsschreiber Beat Zweiacker. «Die Urteilsfähigkeit der Klägerin war zwar durch den Alkohol, den sie an diesem Abend zu sich genommen hatte, sicherlich beeinträchtigt.

Eine vollständige Urteilsunfähigkeit erachtete das Amtsgericht hingegen nicht als nachgewiesen. Dementsprechend war das objektive Tatbestandselement der Widerstandsunfähigkeit nicht erfüllt, weshalb der Beschuldigte freigesprochen wurde.»

Zusätzlich erhält der Angeklagte eine Genugtuung von 800 Franken und eine Entschädigung von 336 Franken. Die Zeugin, die am Dienstag trotz Vorladung nicht vor Gericht erschienen ist, erhält eine Busse. Die Zivilforderungen der Klägerin, die zusätzlich auch als Privatklägerin aufgetreten ist, wurden abgewiesen. (rb)