Der Oltner Monatsmarkt bewegt zwar immer weniger Kunden in die Innenstadt, aber trotzdem die Gemüter, wie die Diskussion in der Facebook-Gruppe Olten zeigt. Viele Nutzer gehen mit dem am ersten Montag im Monat stattfindenden Anlass hart ins Gericht: «Das Warenangebot ist zumeist antik, wenig attraktiv − und damit meine ich nicht den Preis», «Viele Sachen will kein Mensch mehr» oder «Immer noch gleich wie vor 20 Jahren».

Die Kommentare sind unmissverständlich, und auch die nicht-repräsentative Online-Umfrage dieser Zeitung spricht eine deutliche Sprache: Über 70 Prozent finden, dass der Markt in seiner heutigen Form keine Daseinsberechtigung mehr habe.

Der Monatsmarkt am Samstag?

Dass das Warenangebot zum Teil nicht mehr den Bedürfnissen der Kunden entspricht, ist auch der Stadt aufgefallen. Franco Giori, Leiter öffentliche Sicherheit, will nun die umliegenden Monatsmärkte in Aarau, Solothurn und Zofingen als Vergleich heranziehen, um den Mix beim Warenangebot zu verbessern.

«Dass der Markt wieder mehr Leute in die Innenstadt bringt, wäre auch für das Oltner Gewerbe wünschenswert», sagt Giori. In Auftrag gegeben werden könnte ebenfalls eine Fachhochschul-Studie, um Bedürfnisse der Kunden und Anliegen der Marktfahrer gründlicher festzustellen.

An Vorschlägen, um den Monatsmarkt zu beleben, mangelt es in der Oltner Facebook-Gruppe nicht. Eine Idee, die immer wieder genannt wird, ist die Verschiebung des Markts auf einen anderen Wochentag. Am meisten erwähnt wird der Samstag, auch der Mittwoch sei wegen des schulfreien Nachmittags eine Option, so ein Kommentator. Die Stadt winkt allerdings ab. Giori: «Den Anlass auf den Samstag zu verschieben, würde uns zu stark bei anderen Samstag-Veranstaltungen einschränken.»

Zudem berge es das Risiko, dass noch weniger Marktfahrer kommen würden, weil sie schon an anderen Märkten gebucht seien. Auch den Vorschlag eines Markttreibenden, den Monatsmarkt gemeinsam mit dem Wochenmarkt auszutragen, hält Giori aus Platzgründen für nicht realisierbar.

Was ist mit Verpflegungsständen?

Ein Anziehungspunkt am Monatsmarkt sind die Stände, welche Lebensmittel verkaufen. Der Ruf nach Marktfahrern mit Verpflegungsständen war am Montag bereits am Markt selbst zu vernehmen. Nun wird die Idee auch auf Facebook aufgebracht: «Ich bin für mehr Angebote im Bereich Food», schreibt ein Nutzer.

Doch Essensstände sind laut einem Beschluss der damaligen Oltner Polizei- und Gesundheitskommission aus dem Jahre 1992 nicht erlaubt. Die Praxis wurde seither immer wieder übernommen, um die lokale Gastronomie nicht zu konkurrenzieren. Ob der über 20-jährige Entscheid nun über Bord geworfen wird, um mehr Kunden für den Monatsmarkt zu gewinnen, ist laut Giori offen. «Bevor wir eine langjährige Praxis ändern, müsste die Stadt das Gespräch mit den Restaurationsbetrieben suchen.»