Nichts ging vergessen an diesem Samstagabend, um der Prämisse des Jahreskonzerts «Montreux Hollywood» gerecht werden zu können. Roter Teppich, überdimensionaler Oscar, feierliche Ambiance und schliesslich: bestens disponierte Musikantinnen und Musikanten der Harmonie Musikgesellschaft Fulenbach (HMG).

Noch am Abend zuvor hatte Dirigent Andreas Kamber, erst seit ein paar Monaten im Amt, die Seinen nach Probenschluss wissen lassen: «Ich finde, wie haben in der kurzen Zeit ein gutes Programm zusammengestellt.» Und: Er sollte recht behalten. Nach dem Konzert nämlich war Kamber vollauf befriedigt vom Erreichten. «Da wurden Energien frei, war Motivation spürbar und der Spass am Musizieren trat hervor. Mit zwei, drei Ungereimtheiten muss man halt einfach leben können.»

Die HMG jedenfalls präsentierte sich an diesem feierlichen Abend vor vollem Haus als kompakter Klangkörper, der – sprühend vor Spiellaune – geeint alle Hürden spielerisch leicht meisterte.

Montreux umrahmt Hollywood

Zwei Märsche (Graubündner Marsch sowie Gruss dem Seeland) und das Selbstwahlstück (Towards a New Horizon) in Vorbereitung fürs eidgenössische Musikfest in Montreux umrahmten andere musikalische Leckerbissen aus der Welt der Cineasten.

Darunter Melodien Ennio Morricones aus «Spiel mir das Lied vom Tod», dem vielleicht «Best Western» der Filmgeschichte wie Insider meinen. «Best Western» ist eben mehr als die von Weitgereisten geschätzte gleichnamige Hotelkette.

Daneben durften aus der Sparte Hollywood – natürlich – klangliche Sequenzen aus dem ewig jungen Musical Hair (am Schlagzeug: Dominik Mäder), Jurassic Park und den Monumentalstreifen Ben Hur und Gladiator nicht fehlen. Selbst Winnetou erlebte ein Revival, dem Solist Manfred Haller auf dem Euphonium jenen Hauch klanglicher Lieblichkeit verlieh, die seinerzeit von Winnetous Schwester Nscho-tschi ausging.

Zwei Jubilare

Zwei Jubilare kannte die HMG auch noch: Hans-Ruedi Jäggi (45 Jahre) und Andrea Grolimund (30 Jahre) kamen zum Blumenstrauss. Für beide mögen Spass und Freude an der Musik und dem Vereinsleben an sich Gründe für die langjährige Treue sein. Andrea Grolimund etwa führt ihr Engagement auch auf mehrere Instrumentenwechsel zurück. «Erst Querflöte, dann Klarinette, jetzt Oboe.»

Das sorge auch für neue Herausforderungen. Bestandene. Die Frage, wie das Konzert denn gewesen sei, beantwortete sie jedenfalls mit «gut, sehr gut sogar.»