Die Premiere ist gelungen: Die Schüler des 9. Schuljahrs traten in der letzten Woche vor den Herbstferien erfolgreich mit der künftigen Berufswelt in Kontakt.

Als neues Element der reformierten Sekundarstufe I soll die Projektwoche Berufswelt die Absolventen des letzten obligatorischen Schuljahrs noch besser mit den auf sie wartenden Herausforderungen vertraut machen. Der Kantonale Gewerbeverband stellte Kerem Yildirim, dem Schulleiter der Sekundarstufe I Olten, sein Netzwerk zur Verfügung, um mit Unternehmen, Ausbildnern, den Centerleitern der Überbetrieblichen Kurse (ÜK) und dem Berufsbildungszentrum ein fünftägiges Programm auf die Beine zu stellen. In Olten knüpften so in der vergangenen Woche 79 Schülerinnen und Schüler engere Beziehungen zu ihrer künftigen Arbeitsumgebung.

Am Montagmorgen erhielten die Schülerinnen und Schüler als Erstes eine Einleitung für die kommenden Tage. Dazu bekamen sie ein Tagebuch, in dem sie die wichtigsten Ereignisse und Erfahrungen der Woche festhalten konnten. Der Film «Blind Date» präsentierte ihnen darauf verschiedene gelungene und weniger günstige Situationen eines Vorstellungsgesprächs, sodass klassenweise genügend Stoff vorhanden war, um auch Verbesserungsmöglichkeiten zu diskutieren. Spiele lockerten das für die eigene Laufbahn zentrale Thema immer wieder auf.

Bewerben 1:1 geübt

Am Dienstag erklärten acht Lehrmeister aus verschiedenen Berufen, worauf sie bei einem Bewerbungsdossier Wert legen. Alle Lehrmeister führten danach mit einer Gruppe fiktive Bewerbungsgespräche und zeigten den Schülerinnen und Schülern, in welchen Punkten sie noch an ihrem Auftreten und Verhalten feilen können. Mit Fragen an die Fachleute konnten die künftigen Berufsleute auch persönliche Zweifel aus der Welt schaffen.

Am Mittwoch waren alle individuell als «Schattenstift» unterwegs. Für diesen Zweck hatte sich jeder Schüler und jede Schülerin einen Lehrling im 2., 3. oder 4. Lehrjahr suchen müssen, um diesen einen ganzen Tag in seinem Beruf zu begleiten. Am Donnerstag sahen sich die Schülerinnen und Schüler vor eine Auswahl an überbetrieblichen Kursen verschiedener Berufe gestellt. Darunter mussten sie sich für drei entscheiden und wurden dann einem ÜK zugeteilt. In den ÜK empfingen sie Lehrmeister und Lernende, die ihnen Lehrreiches über die Berufe erzählten und insbesondere auch auf deren jeweilige Anforderungen eingingen.

Der Freitag stand im Zeichen des Wochenrückblicks. Alle konnten auf eine kreative Art ihren Klassenkameraden erzählen, wie sie die Woche erlebt und was sie gelernt hatten. Auch den Lehrkräften gaben sie ein Feedback zur Projektwoche, damit diese im Hinblick auf das nächste Jahr gewisse Details noch verbessern können. Ingesamt zogen die Schülerinnen und Schüler ein überwiegend positives Fazit, da die Woche in ihren Augen viel Spass machte.