In der ehemaligen Schreinerei der Firma Grogg in der Ey in Wangen wird seit den Neunzigerjahren Fernsehen produziert. Im Jahr 1990 kaufte die Alphavision AG das Gebäude und baute es zu einem vollwertigen TV-Studio um. Nach mehreren Versuchen, in regionalen Formaten und Sendern Fuss zu fassen, war das Jahr 1995 der eigentliche Startschuss für die Alphavision und ihr Flaggschiff, das «Fenster am Sonntag».

Am Anfang gabs Opposition

Vor nun bald 20 Jahren, am 17. September 1995, erfolgte die erste Ausstrahlung im Schweizer Fernsehen. Der Weg dorthin war aber steinig. Bereits im Dezember 1993 wurde um die Konzessionsbewilligung ersucht. Während des Vernehmlassungsverfahrens gingen die landeskirchlichen Mediendienste in die Opposition, das Verfahren verzögerte sich. «Am Anfang bestanden Ängste, man kannte uns ja nicht», sagt Jürgen Single, seines Zeichens Chefredaktor von «Fenster zum Sonntag».

Redaktorin Gabriele Stiebig und Video-Editor Jürg Ingold am Schnittplatz. AE

Redaktorin Gabriele Stiebig und Video-Editor Jürg Ingold am Schnittplatz. AE

Das Verhältnis hat sich seither gebessert, gratulieren doch landeskirchliche Vertreter in der aktuellen Ausgabe des hauseigenen Magazins «Schaufenster». Bischof Markus Büchel, Präsident der Schweizer Bischofskonferenz, wünscht sogar, «dass der Heilige Geist weiterhin durch das TV-Studio der evangelischen Freikirchen weht».

Man kommt also aus miteinander, schliesslich ist das Ziel, welches Alphavision verfolgt, ein christliches. «Gelebten Glauben abbilden», benennt Single dieses Ziel. So steht immer auch das Christsein im Zentrum der Sendungen.

Magazin und Talk im Wechselspiel

Alternierend wechseln sich ein Magazin und ein Talk in der Sendereihe ab. Das Magazin wird in Wangen produziert, für den Talk zeichnen die ERF-Medien verantwortlich, Jürgen Single ist dabei Chefredaktor für beide Formate. 

Beide Sendeformate ergänzen sich optimal. «Wir haben ein gutes Miteinander. Natürlich nehmen wir in der Themenwahl oder der Wahl der Gäste Rücksicht auf das jeweils andere Format», erklärt Single.

Die Jubiläumsausgabe, welche am 26. September über den Äther läuft, bestreiten die beiden Formate aber gemeinsam. Moderatorin Aline Baumann und Moderator Ruedi Josuran begeben sich dabei auf eine Zeitreise und besuchen je einen Gast, dessen Geschichte sie besonders berührte.

Auf die Frage, welche Geschichten seine Highlights waren, antwortet Single: «Für mich sind Schicksale, wie etwa Menschen mit unheilbaren Krankheiten, sehr speziell. Oder auch Beiträge über die Christenverfolgung.»

Eine spezielle Sendung hat er aber nicht vor Augen, wichtiger sei ihm und auch der ganzen Redaktion, interessante Menschen zu treffen und zu porträtieren. Dabei sei es so, dass Sendungen, welche ihn selber stärker beschäftigt haben, manchmal weniger gute Quoten haben.

Die Durchschnittsquote liegt laut Single bei 5,5 Prozent Marktanteil. «Und wenn es gut läuft, sind es auch mal 12 Prozent, dann schaut uns jeder achte Schweizer, jede achte Schweizerin», ergänzt er.

Bei der Themenwahl für die Sendungen ist wichtig, dass die Protagonisten, seien es nun Talkgäste oder Porträtierte, eine gewisse Beziehung zu Gott leben. Einige Themen oder auch Organisationen werden in den Sendungen nicht behandelt. Sei es, weil wie bei der Sterbehilfedebatte der Hintergrund nicht nur medizinisch heikel sei oder weil einzelne Organisationen als sektiererisch eingestuft werden. Schliesslich ginge es auch nicht um eine theologische Debatte, sondern darum zu zeigen, wie Christsein gelebt werden kann, so der ehemalige Lehrer Single. Christsein in vielen Facetten und auch mit vielen verschiedenen Schicksalen. «Es soll aber ein fröhlicher, kein belastender Glaube sein», erklärt Jürgen Single die Ausrichtung der Sendung.

Studio öffnet seine Türen

Auf Samstag, 5. September, lädt Alphavision zum Tag der offenen Tür. Dabei wird das Moderationsteam anwesend sein und die Gäste können sich von ihnen interviewen lassen. Auch bekommt man Einblick hinter die Kulissen einer Fernsehproduktion.