Hägendorf

Schwieriges Erbe: Fürs «Lampart’s» gibts noch keine Nachfolge

Das «Lampart’s» im November: Noch bis Ende Jahr empfängt das Gastroehepaar hier seine Gäste.

Das «Lampart’s» im November: Noch bis Ende Jahr empfängt das Gastroehepaar hier seine Gäste.

Ende Jahr verlassen Anni und Reto Lampart nach 20 Jahren den gleichnamigen Gastrobetrieb mit 2 Michelin-Sternen und 17 Gault-Millau-Punkten in Hägendorf. Eine Nachfolge ist bislang nicht in Sicht.

Es sei, so Martin Küttel, ein schwieriges Erbe anzutreten an der Oltnerstrasse in Hägendorf. Küttel, von der Katag AG, treuhänderisch und beratend für Hotellerie und Gastronomie tätig, muss es wissen. Das von ihm erwähnte Erbe hinterlassen Anni und Reto Lampart, ihres Zeichens Spitzengastronomen. Anfang April haben die beiden bekannt gegeben, ihr Engagement nach 20 Jahren in Hägendorf zu beenden und neue Ufer entdecken zu wollen. Damals hatte das Paar verlauten lassen, sich darüber zu freuen, wenn das «Lampart’s» im aktuellen Sinn und Geist weitergeführt werden könnte.

Suche brachte kaum nennenswerte Resultate

Allerdings: Der Wunsch war, wenigstens bislang ein frommer. «Das könnte daran liegen, dass der Respekt davor in der Branche hoch ist», sagt Hans Stettler aus Olten, Besitzer der Liegenschaft. Denn bislang hätte die Suche nach einer Nachfolge kaum nennenswerte Resultate hervorgebracht. «Es war von allem Anfang klar, dass die Weitervermietung eine Herausforderung sein würde», so Küttel. Die nicht ganz zentrale Lage des Hauses vereinfacht die Suche ebenso wenig wie die Tatsache, dass nur wenige Restaurantbetreiber dafür infrage kommen. «Es braucht sicher Mut, Leidenschaft und eine gesicherte finanzielle Basis», so Küttel.

Der lange Schatten des Gastroehepaars Lampart wirkt also nach. Die beiden haben ihren Betrieb so vorangetrieben, dass er in Insiderkreisen als «gastronomischer Leuchtturm» bezeichnet wurde.

Vier weitere Monate zuwarten

Noch bleibt Zeit, eine Nachfolge zu regeln. Weitere vier Monate will sich Küttel dafür Zeit nehmen. Aber: Der Gedanke schwingt auch bei Hans Stettler mit, die Liegenschaft könnte künftig nicht mehr als Gourmet-Tempel genutzt werden. Küttel: «Es muss nicht zwingend ein Gourmet-Restaurant der Extraklasse sein.» Erfolgversprechend sei die Umsetzung eines originellen Angebots, um «die Kulinarik mit der Atmosphäre des Betriebs in Einklang zu bringen», wie sich Küttel ausdrückt.

Aber natürlich existieren alternative Szenarien, wie Küttel und Stettler einräumen. Anstelle eines Restaurantbetriebs könnte das Lokal für eine
PR-Agentur, ein Architekturbüro oder ein Unternehmen infrage kommen, welches die Remise als Büroräumlichkeiten mit Events verbindet.

Autor

urs huber

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