Wangen
Schulhausneubau kommt an die Urne

Die Gemeindeversammlung von Wangen sagt grossmehrheitlich Ja zum Verpflichtungskredit von 4,2 Millionen Franken für den Schulhausneubau am Standort Alp.

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Südfassade des neuen Schulhauses mit dem Ausgang des Kindergartens (links) und dem Eingang der Primarschule (rechts).

Südfassade des neuen Schulhauses mit dem Ausgang des Kindergartens (links) und dem Eingang der Primarschule (rechts).

zvg

Es ging wie durch Butter. Mit 71 Ja-Stimmen, einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen (bei 74 anwesenden Stimmberechtigten) fand der Verpflichtungskredit über 4,2 Mio. Franken praktisch oppositionslos eine überwältigende Mehrheit. Zweck des Kredits: «Ausbaus des Schulstandortes Alp», wie in der Botschaft zu lesen war.

An die Urne am 24. September

Der Entscheid an der Gemeindeversammlung vom Montag führt jetzt in Wangen zur Urnenabstimmung am 24. September. Kreditbegehren von über 1,5 Mio. Franken verlangen im Gallusdorf nämlich zwingend eine Volksabstimmung. Schafft die Vorlage auch dort die Hürde, entsteht bis zu Beginn des Schuljahres 2019/2020 anstelle des jetzigen Kindergartenpavillons Alp ein neues Schulhaus mit insgesamt sechs Klassenräumen, die in multipler Art genutzt und unterteilt werden können und die von Kindergarten (ebenerdig) und Primarschule (Obergeschoss) genutzt werden.

Beauftragt mit der Umsetzung wird das Oltner Büro Werk 1 Architekten und Planer AG, deren Arbeit gemäss Gemeinderat und Ressortchef Patrick Schmid unter den drei projektinvolvierten Büros diejenige mit dem höchsten Gesamtnutzwert darstellt. Gemäss Martin Stuber, Mitglied der Geschäftsleitung Werk 1, soll das Gebäude in Holzbauweise erbaut werden, was an der Versammlung umgehend etwa die Mahnung hervorrief, Holzbauten seien «ringhörig». Ob man diesbezüglich auch an Vorkehrungen gedacht habe? Man habe, versicherte Stuber.

Warum Standort Alp?

Auch wenn die Frage nach der Standortwahl an der Versammlung – zumindest offiziell – gar nie auftauchte: Schmid beantwortete sie schon mal vorbeugend. «Das Schulhaus Alp ist zentral gelegen und der nordwestlich des Alp-Schulhauses gelegene Kindergartenpavillon ist in einem schlechten Zustand», so Schmid. Bei letztem hätten sich in naher Zukunft sowieso kostenintensive Sanierungsarbeiten abgezeichnet. Wer also den Neubau des Schulhauses befürwortete, konnte für sich bildhaft in Anspruch nehmen, die sprichwörtlichen zwei Fliegen mit einem Streich erledigen zu können. Die Wangner wollten dies.

Für ein dichtes Dach

Ebenso unbestritten wie der Verpflichtungskredit zum Schulhausneubau war ein Nachtragskredit für eine zeitlich vorgezogene Sanierung des Flachdachs beim Hallenbad Hinterbüel. Für das 320 000 Franken schwere Vorhaben finden sich bereits 300 000 Franken im Finanzplan fürs Jahr 2020. Das Bad werde nicht bloss von den Schulen genutzt, sondern finde in breiten Bevölkerungskreisen Verwendung, so Schmid, der damit die Bedeutung der Einrichtung für Wangen hervorhob.

Nun hätten genauere Abklärungen ergeben, dass Verfärbungen an der Diele des Bades nicht etwa Schimmelpilz bedingt, sondern auf undichte Stellen im Dach zurückzuführen seien. Und weil eine Teilsanierung des Dachs weder als zweckmässig noch als kostenoptimiert bezeichnet werden konnte, erschien die vorgezogene Totalsanierung des sich im Originalzustand befindlichen Daches aus dem Jahre 1965 als angezeigt.

Wer ausgibt, der muss einnehmen. Dieser Leitsatz ist auch in Wangen gültig. Und wer einen Ertragsüberschuss von fast 1,8 Mio. Franken in der Rechnung aufweist (im Vergleich zum Vorjahresergebnis mit 2,385 Mio. eigentlich schon fast wieder bescheiden), hat ob solcher Binsenwahrheiten natürlich gut lachen. Gemeinderat und Ressortchef Matthias Bähler jedenfalls bezeichnete Wangens Finanzsituation als «gesund und solid». Dies sei, neben der Wirkung der beharrlichen Arbeit und des konsequentem Kostenbewusstseins, auch auf ein «bisschen Glück» zurückzuführen. Vielleicht meinte Bähler damit nicht zuletzt den Umstand, dass im Jahr 2016 wider Erwarten ein Mehr an Steuererträgen von fast 1,1 Mio. Franken in die Gemeindekasse floss.

Für den in den letzten Amtsmonaten steckenden und nach 14 Jahren scheidenden Gemeindepräsidenten Beat Frey, der zum Schluss der Versammlung mit launigen Worten seines Stellvertreters Patrick Schmid und mit stehenden Ovationen geehrt wurde, ein Tag der Freude. «Was will man mehr», so dessen Kurzresümee unter den aktuellen Vorzeichen.