Wangen bei Olten

Schulhausneubau Alp 2 kommt gut voran

Klassenraum im Obergeschoss: 75 Quadratmeter gross, die Decke mit sogenannten «Spaghetti-Platten» ausgestaltet.

Der Innenausbau schreitet voran und Laien können sich, ohne grössere Vorkenntnis, mittlerweile vorstellen, dass in naher Zukunft hier pfiffige Wangner Buben und Mädchen einziehen werden. Auch wenn sich der typische Schulhausgeruch erst im Laufe der Jahre einnistet.

Die Räume licht, die Decken mit sogenannten Spaghettiplatten (Holzwolle-Leichtbauplatten) abgeschlossen. Die von Einbauten und Türblättern stammenden Farbtupfer schön nach Stockwerken gesetzt, kann man sich gemäss Projektleiter Rolf Mettauer von Werk1 Architekten und Planer AG mit Leichtigkeit dazu denken: erster Stock in Blau, Erdgeschoss in Grün.

Die Rede ist vom neuen Schulhaus Alp 2, in unmittelbarer Nachbarschaft zur ältesten in Wangen bei Olten noch bestehenden Schulanlage Alp gelegen. «Wir sind absolut im Terminplan», sagt Dominic Roppel, Präsident der Arbeitsgruppe Schulraumplanung. Was so viel heisst wie: Das neue Schulhaus ist fürs Schuljahr 2019/20 bereit. Der 12. August kann kommen. Wetterglück habe dazu geführt, dass der Bau heute, neun Monate nach dem Start, vor dem Innenausbau stehe. «Und vor allem gabs bislang keine Unfälle und wir bleiben unter dem vom Souverän bewilligten Kostendach von 4,2 Millionen Franken.» Mirco Pittroff, Leiter der Wangner Bauabteilung, fügt hinzu: «Das können wir jetzt schon mit Sicherheit sagen.»

Teilweise unterkellert

Nach der Urnenabstimmung im September 2017 kamen die Verantwortlichen entgegen der ursprünglichen Absicht zum Schluss, das Gebäude teilweise zu unterkellern. «Das war eine sehr gute Idee», sagt Pittroff. Damit nämlich konnte das Erdgeschoss von Betriebsräumen entlastet werden: IT-Raum, Lagerräume, Hauswartbüro finden sich jetzt im Untergeschoss. «Das kam den Schulräumlichkeiten zugute», weiss Mettauer. Und die Betriebsräume konnten ebenfalls grosszügiger gehalten werden. «Der IT-Raum soll mal grundsätzlich das elektronische Hirn der Schulen Wangen aufnehmen. Platz dafür ist jetzt genug da», sagt Roppel. Zudem spreche die Grosszügigkeit der Betriebsräume für eine gewisse Wartungsfreundlichkeit.

Im Übrigen aber ist das Raumprogramm unverändert geblieben: Im Wesentlichen beinhaltet dies zwei Kindergartenräume im Parterre mit je 80 Quadratmetern. «Beide Räume sind mit einer kleinen Küchenkombination ausgerüstet», sagt Roppel. Im Obergeschoss warten vier Schulräume mit je 75 Quadratmetern. Zwei Gruppenarbeitsräume komplettieren das Angebot. Lehrerzimmer und Vorbereitungszimmer für den Lehrkörper finden sich im Parterre im Osten des Gebäudes, wo auch der Eingang der Primarschüler situiert ist. Ein Lift erschliesst das ganze Gebäude vertikal. Der Osteingang ist grosszügig überdacht. Somit geht ein kleiner Herzenswunsch für die Bauherrschaft in Erfüllung. «Damit können sich die Kinder während der Pause auch bei Regen draussen aufhalten», sagt der Leiter der Bauabteilung.

Die Kindergartenkinder ihrerseits gelangen über einen separaten Eingang im Süden der Anlage ins Schulhaus. Der direkt gegenüber liegende nördliche Eingang dient als Zutritt zum Kindergartenspielplatz, der mit mittlerweile populär gewordenen Hochbeeten ausgerüstet ist.

Von links: Rolf Mettauer, Dominic Roppel, Mirco Pittroff und Simon Kamber.

Von links: Rolf Mettauer, Dominic Roppel, Mirco Pittroff und Simon Kamber.

Dämmung optimiert

Was seinerzeit, bei den Beratungen an der Gemeindeversammlung im Juni 2017, angemahnt wurde: die Dämmung. Wohl deshalb, weil der Begriff Holzständerbauweise fiel und mit dem Begriff Holzbau meist Ringhörigkeit assoziiert wird. «Die Wände innerhalb der Gebäudehülle sind gut 30 Zentimeter dick», sagt Simon Kamber, Architekt der Werk1 Architekten und Planer AG. Dieser Forderung sei sicher optimal Rechnung getragen worden. Auch die Dämmung der Aussenwände liegt, wie das Quartett einhellig betont, über dem gesetzlichen Mindestmass. Und als weitere energetische Massnahme fliesst in den Toilettenräumlichkeiten lediglich Kaltwasser.

Ein Blick voraus verrät: Im Mai starten die Umgebungsarbeiten. Schwarzbelag, Begrünung. Apropos Begrünung: Vier der zu pflanzenden Bäume sind gespendet worden. Die örtliche Bürgergemeinde, der Gewerbeverein und die beiden Kirchgemeinden haben so etwas wie die Patenschaft je eines Baumes übernommen. «Aber natürlich pflanzen wir noch mehr davon in die Schulhausumgebung», sagt Roppel.

Ein Wort zur Fassade

Dem gewieften Passanten wird derzeit vor allem an der Ostfassade ein kleines optisches Schauspiel geboten: Deren Lattung ist in schöner Reihenfolge in leichter Biegung montiert, was zur Auflockerung der Fläche führt und ein hübsches Licht-Schattenspiel ermöglicht. «Vor allem bei Sonnenschein», wie Mettauer sagt. Dann werde die Wirkung am augenfälligsten. Und unterhalb der Dachkante des Neubaus verläuft ein Lattenwerk; in seiner Wirkung der eines Frieses nachempfunden. «Eine Art gestalterische Referenz an den Vorgängerbau», wie die Bauherrschaft erklärt.

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